EU kämpft gegen Medikamentenknappheit
Neue Maßnahmen sollen sicherstellen, dass alle EU-Bürger Zugang zu dringend benötigten Arzneimitteln haben

Die EU-Kommission hat in Reaktion auf steigende Lieferengpässe bei Arzneimitteln neue Maßnahmen angekündigt. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass alle EU-Bürger Zugang zu den benötigten Medikamenten haben.
Die EU-Kommissarin für Gesundheit, Stella Kyriakides, betonte die Notwendigkeit eines solchen Schrittes und erklärte: "Es ist nicht denkbar, dass innerhalb der EU nicht jeder Zugang zu den Medikamenten hat, die er braucht." Sie wies jedoch darauf hin, dass das Problem nicht über Nacht gelöst werden könne.
Aktuell sind in Deutschland mehr als 600 verschiedene Arzneimittel knapp, was auf Herstellerwarnungen vor Engpässen im Herbst und Winter hinweist. Im letzten Jahr gab es bereits Schwierigkeiten bei der Verfügbarkeit von Medikamenten wie Fiebersäften, Antibiotika und Krebsmedikamenten.
Die EU plant, noch im Oktober einen "freiwilligen Solidaritätsmechanismus für Arzneimittel" einzuführen. Dieses System würde es Mitgliedstaaten ermöglichen, ihren Bedarf an bestimmten Arzneimitteln zu melden, damit andere Länder mit überschüssigen Beständen aushelfen können. Darüber hinaus soll bis Ende 2023 eine Liste kritischer Arzneimittel erstellt werden.
Ein weiterer Schritt besteht darin, die Haltbarkeitsdauer von Medikamenten bei Mangelbedingungen zu verlängern. Es sollen auch gemeinsame Leitlinien für die Beschaffung kritischer Arzneimittel eingeführt werden.
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Zur AktienanalyseDie Abhängigkeit von China und Indien bei der Produktion von Medikamenten ist ein weiteres Anliegen. Peter Liese, gesundheitspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, nannte dies eine "unerträgliche Abhängigkeit". Er forderte, die Ausschreibungen für Medikamente in allen EU-Mitgliedstaaten so zu gestalten, dass nicht nur der Preis, sondern auch die Zuverlässigkeit der Lieferkette und die Produktion in der EU honoriert werden.
Die geplanten Maßnahmen der EU sind jedoch nicht unumstritten. Der Präsident des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), Han Steutel, äußerte Bedenken bezüglich der "Rückholung verloren gegangener Kapazitäten" und betonte, dass Europa sicherstellen sollte, dass innovative Medikamentenbereiche im Inland bleiben.


