EU-Kommission ermittelt gegen Delivery Hero
Kartellverstöße und Abwerbeverbote: Untersuchung wirft Schatten auf den Lieferdienstriesen

Die EU-Kommission hat erneut Ermittlungen gegen den Essenslieferdienst Delivery Hero eingeleitet, diesmal aufgrund des Verdachts auf Kartellverstöße. Unangekündigte Durchsuchungen wurden in den Büros des Unternehmens in Barcelona und Berlin durchgeführt. Die genauen Gründe für diese Untersuchungen wurden nicht offengelegt, aber die EU-Kommission teilte mit, dass sie unangekündigte Inspektionen bei Lieferdienstunternehmen in zwei Mitgliedstaaten durchgeführt habe.
Delivery Hero hat bestätigt, dass es sich bei den durchsuchten Standorten um die eigenen Büros in Berlin und Barcelona handelt und dass das Unternehmen vollumfänglich mit den Behörden kooperiert. Auch die spanische Tochterfirma von Delivery Hero, Glovo, wurde von den EU-Beamten aufgesucht. Es bleibt jedoch unklar, an welchem Tag und bei welchen anderen Unternehmen die Inspektionen genau stattgefunden haben.
Diese Untersuchungen kommen nicht zum ersten Mal für Delivery Hero. Bereits im Juli 2022 wurden Büros von Lieferdiensten von EU-Ermittlern durchsucht, und auch damals hatten Delivery Hero und Glovo die Durchsuchungen bestätigt.
Die Ermittlungen der Kartellbehörden konzentrieren sich auf den Verdacht von verbotenen Absprachen zur Marktaufteilung. Darüber hinaus wurden die Ermittlungen auf den mutmaßlichen Austausch von wettbewerbsrelevanten Informationen sowie mutmaßliche Vereinbarungen über Abwerbeverbote für Arbeitnehmer erweitert, wie die EU-Kommission mitteilte.
Abwerbeverbote zwischen Arbeitgebern können den freien Wettbewerb beeinträchtigen, da sie die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt schwächen. Der Wettbewerb zwischen Arbeitgebern ist entscheidend, um bessere Arbeitsbedingungen für die Arbeitnehmer zu erzielen, wie höhere Löhne oder bessere Zusatzleistungen.
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Zur AktienanalyseUnangekündigte Nachprüfungen sind der erste Schritt zur Aufklärung mutmaßlicher wettbewerbswidriger Praktiken, so die Wettbewerbshüter. Sowohl Delivery Hero als auch die EU-Kommission betonen jedoch, dass die Inspektionen an den Standorten noch keine Schlüsse darüber zulassen, ob das Unternehmen tatsächlich in solche Praktiken verwickelt ist.
Bei Verstößen gegen wettbewerbsrechtliche Bestimmungen riskieren Unternehmen Geldbußen, die bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes des betroffenen Unternehmens betragen können. Die Höhe der Geldbuße hängt von der Schwere der Verstöße ab. Die EU-Kommission sieht Geldbußen als präventive Maßnahme, um Verstöße zu bestrafen und abzuschrecken. In diesem Fall werden weitere Entwicklungen abgewartet, während die Ermittlungen gegen Delivery Hero fortgesetzt werden.


