EU unter Druck durch US-Zölle und China
Industrie fürchtet Markteinbruch und fordert Schutzmaßnahmen gegen subventionierte Importe

Der Handelsstreit zwischen den USA und China hat weitreichende Folgen für die europäische Industrie. Subventionierte Unternehmen aus China drängen vermehrt auf die Weltmärkte, da die Nachfrage im Heimatland stagniert. Besonders betroffen sind Branchen wie der Maschinenbau, die Windkraftindustrie und die Autoherstellung. Die USA schotten sich gegen die chinesische Konkurrenz ab, indem sie die Zölle für chinesische Produkte drastisch erhöhen. Es wird erwartet, dass die Regierung von Präsident Joe Biden die Zölle für chinesische Elektroautos von derzeit 25 Prozent auf 100 Prozent anheben wird. Dies zwingt die Europäische Union dazu, ähnliche Schutzmaßnahmen zu erwägen.
Die EU-Kommission hat bereits Untersuchungen zu chinesischen Subventionen eingeleitet und könnte bis Ende Juli Entscheidungen über Zölle auf chinesische Elektroautos treffen. Die deutsche Wirtschaft fordert ebenfalls stärkeren Schutz für europäische Unternehmen, um die nationale Sicherheit in Schlüsselbereichen wie der Energieerzeugung zu gewährleisten. Karl Haeusgen, Präsident des Verbands der Maschinenbauer, betonte, dass europäische Hersteller in kritischen Bereichen nicht von chinesischen Unternehmen verdrängt werden dürfen.
Die Angst vor einem "China-Schock" ist nicht unbegründet. In den 2000er-Jahren erlebten die USA eine ähnliche Situation, als eine Flut günstiger chinesischer Importe viele amerikanische Unternehmen in den Ruin trieb und Millionen von Arbeitsplätzen vernichtete. Die EU befürchtet nun ähnliche Auswirkungen. Besonders die deutsche Wirtschaft sieht sich durch den zunehmenden industriellen Wettbewerb aus China bedroht. Laut einer Studie des Versicherungskonzerns Allianz haben chinesische Exporteure die deutschen Unternehmen in Bereichen wie Maschinenbau, Chemikalien und elektrische Ausrüstung überholt.
In der Windkraftindustrie sind chinesische Turbinen in Europa derzeit noch selten, doch das könnte sich schnell ändern. Chinesische Hersteller bieten ihre Produkte zu Preisen an, die bis zu 60 Prozent unter denen der europäischen Konkurrenz liegen. Der chinesische Maschinenbauer Sany plant, mehrere europäische Standorte für den Bau von Windanlagen aufzurüsten, und der Turbinenhersteller Envision baut seine Europazentrale in Spanien aus. Dies könnte zu einer Verdrängung europäischer Hersteller führen.
Unterdessen hat China seine Produktionskapazitäten massiv ausgeweitet. Einer Analyse zufolge können chinesische Autohersteller bis zu 50 Millionen Autos pro Jahr produzieren, während der heimische Markt nur eine Nachfrage von 23 Millionen aufweist. Der Rest wird auf den Weltmarkt gedrängt, oft zu sehr niedrigen Preisen. Die EU prüft daher Anti-Subventionsmaßnahmen in mehreren Sektoren, um die heimische Industrie zu schützen. Dabei richtet sich der Fokus nicht nur auf Elektroautos, sondern auch auf Solar- und Windkraftanlagen.
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Zur AktienanalyseChinas Strategie, Schlüsselindustrien zu dominieren, zeigt bereits Wirkung. Unternehmen wie BYD und Mingyang profitieren von milliardenschweren Subventionen, die ihnen erhebliche Wettbewerbsvorteile verschaffen. Gleichzeitig werden ausländische Konkurrenten in China systematisch benachteiligt. Europa steht vor der Herausforderung, auf diese Entwicklung angemessen zu reagieren, um die eigene Industrie zu schützen und wettbewerbsfähig zu bleiben.


