EU-Weichweizenexporte brechen in der Saison 2026/27 stark ein
Nur 1,01 Millionen Tonnen Weichweizen exportierte die EU bis zum 9. August – ein drastischer Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

Die Europäische Union hat in der laufenden Saison 2026/27 deutlich weniger Weichweizen exportiert als im Vorjahreszeitraum. Laut Daten der Europäischen Kommission vom Dienstag beliefen sich die Weichweizenexporte seit Saisonbeginn im Juli bis zum 9. August auf lediglich 1,01 Millionen Tonnen. Im gleichen Zeitraum der Vorsaison 2025/26 hatte die EU noch 2,36 Millionen Tonnen Weichweizen verschifft.
Der Rückgang entspricht einem Minus von rund 57 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit zeigt sich zu Beginn der neuen Getreidesaison ein erheblicher Einbruch bei einem der wichtigsten Agrarexportgüter der Europäischen Union. Weichweizen wird weltweit vor allem für die Herstellung von Brot, Backwaren und Teigwaren verwendet.
Gerstenexporte ebenfalls deutlich rückläufig
Auch bei der Gerste verzeichnet die EU einen markanten Rückgang. Die Gerstenexporte erreichten im betrachteten Zeitraum lediglich 0,36 Millionen Tonnen, nach 1,88 Millionen Tonnen in den entsprechenden Wochen der Saison 2025/26. Dies entspricht einem Rückgang von rund 81 Prozent. Gerste ist ein bedeutendes Futtergetreide und wird zudem in der Bier- und Whiskyproduktion eingesetzt.
Ein anderes Bild zeigt sich hingegen bei den Maisimporten der EU. Diese stiegen im selben Zeitraum auf 1,58 Millionen Tonnen, verglichen mit 1,26 Millionen Tonnen im Vorjahr. Die EU importiert Mais vor allem zur Deckung des Bedarfs in der Tierfutterindustrie und zur Energieerzeugung aus Biomasse.
Datenlücken bei mehreren EU-Mitgliedstaaten
Die Europäische Kommission wies ausdrücklich darauf hin, dass die vorliegenden Daten nicht vollständig sind. So sind die Getreideexportdaten für Frankreich – eines der bedeutendsten Agrarländer der EU – seit Beginn des Kalenderjahres 2024 weiterhin unvollständig. Frankreich zählt traditionell zu den größten Weizenexporteuren innerhalb der Europäischen Union und hat damit erheblichen Einfluss auf die Gesamtstatistik.
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Zur AktienanalyseDarüber hinaus bestehen Datenlücken für Bulgarien und Irland seit Beginn des Wirtschaftsjahres 2023/24 sowie für Griechenland seit Januar 2026. Diese fehlenden Daten schränken die Aussagekraft der aktuellen Zahlen ein und könnten die tatsächlichen Exportmengen in einem anderen Licht erscheinen lassen. Anleger und Marktteilnehmer sollten die Statistiken daher mit entsprechender Vorsicht interpretieren.
Die Getreidemarktdaten der Europäischen Kommission werden regelmäßig veröffentlicht und dienen als wichtiger Indikator für die Versorgungslage auf den europäischen und globalen Agrarmärkten. Rückgänge bei den Exportmengen können auf veränderte Erntemengen, stärkeren Wettbewerb durch Drittländer oder eine schwächere internationale Nachfrage hinweisen.


