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Euronext-Weizen stagniert – Märkte warten auf US-Erntebericht

Weizenpreise an der Pariser Euronext zeigen keine Bewegung, während Händler den USDA-Weltagrarmarktbericht erwarten.

Euronext-Weizen stagniert – Märkte warten auf US-Erntebericht

Die Weizenpreise an der Euronext haben am Donnerstag eine Pause eingelegt. Nach einer Erholung von den Mehrmonatstiefs zu Wochenbeginn notierten die Kurse stabil, während Marktteilnehmer auf neue Impulse aus den USA warteten.

Mahlweizen für den September-Termin an der Pariser Euronext stand um 13:23 Uhr GMT bei 203,25 Euro (234,25 US-Dollar) pro Tonne – unverändert gegenüber der Vorsitzung. Der Referenzkontrakt hatte in den beiden vorangegangenen Handelssitzungen zugelegt und sich damit von einem am Montag markierten 3,5-Monatstief erholt.

Blick auf den USDA-Bericht

Im Mittelpunkt des Marktinteresses stand der monatliche Weltagrarmarktbericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA), der für 16:00 Uhr GMT angekündigt war. Händler beobachteten gespannt, ob die Behörde ihre Schätzungen für die von Dürre betroffene US-Weizenproduktion nach unten revidieren oder die Prognosen für andere Erzeugerländer anpassen würde. Solche USDA-Berichte gelten an den globalen Getreidemärkten als wichtige Richtungsweiser und können kurzfristig erhebliche Kursbewegungen auslösen.

In Europa lasteten derweil Erwartungen einer starken Ernte auf den Preisen. Günstige Wetterbedingungen im Juni sollen laut Marktbeobachtern die negativen Auswirkungen einer Hitzewelle des Vormonats abmildern. Das drückt auf die Notierungen, da ein höheres Angebot die Preise tendenziell unter Druck setzt.

Positive Ernteprogosen für die EU

Der Rohstoffdatendienstleister Expana hob seine Prognose für die Weichweizenproduktion der Europäischen Union für das Erntejahr 2026/27 an. Als Grund nannte das Unternehmen verbesserte Aussichten in Rumänien, einem der bedeutenden Weizenerzeuger innerhalb der EU. Diese Anpassung folgte einer ähnlichen Aufwärtskorrektur durch den Getreidehandelsverband Coceral, der seine Schätzungen für die EU-Weichweizenproduktion ebenfalls nach oben revidiert hatte.

Für deutsche Getreidehändler und Landwirte sind diese Entwicklungen von besonderer Bedeutung: Deutschland gehört zu den größten Weizenproduzenten Europas, und die Euronext Paris gilt als Leitbörse für den europäischen Weizenmarkt. Steigende Ernteschätzungen in der EU können die Erzeugerpreise hierzulande belasten, während eine schwächere US-Ernte durch Dürre gegenteilige Impulse liefern kann.

Die Getreidemärkte befinden sich damit in einem Spannungsfeld zwischen positiven europäischen Ernteperspektiven und möglichen Angebotsausfällen in den USA. Der USDA-Bericht dürfte die weitere Richtung maßgeblich bestimmen.

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