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Europa fordert Freihandelsabkommen für US-LNG

TotalEnergies-Chef warnt vor neuer Abhängigkeit und ruft zu Verhandlungen auf

Europa fordert Freihandelsabkommen für US-LNG

Der Vorstandsvorsitzende von TotalEnergies, Patrick Pouyanne, hat dazu aufgerufen, dass Europa mit den Vereinigten Staaten ein Freihandelsabkommen für verflüssigtes Erdgas (LNG) aushandelt. Diese Forderung erfolgt in einem global unsicheren Handelsumfeld, insbesondere nachdem US-Präsident Donald Trump umfassende Zölle auf chinesische Importe verhängt hat. Als Reaktion darauf hat China einen Zoll von 15 Prozent auf US-LNG sowie zehn Prozent auf US-Rohöl eingeführt.

Pouyanne äußerte sich zu diesem Thema, nachdem TotalEnergies seine Ergebnisse für das vierte Quartal vorgestellt hatte. Er betonte, dass die Exportkapazität für LNG in den Vereinigten Staaten in den kommenden Jahren voraussichtlich nahezu verdoppelt werde. Gleichzeitig warnte er davor, dass Europa sich nicht von einer Abhängigkeit von russischem Gas zu einer neuen Abhängigkeit von den USA entwickeln dürfe. Selbst wenn die Vereinigten Staaten ein Verbündeter seien, bestehe das Risiko, dass die Regierung ihre Exportpolitik kurzfristig ändere.

Die weltweite Wirtschaft sieht sich derzeit mit einer Welle neuer Handelszölle konfrontiert, die von der Trump-Regierung gegen verschiedene Länder verhängt wurden. Einige dieser Maßnahmen sind vorübergehend ausgesetzt, jedoch bleibt die Unsicherheit für Unternehmen hoch. Trump hat auch Europa mit neuen Zöllen gedroht, ohne diese bislang in die Tat umzusetzen.

Im vergangenen Jahr bezog die Europäische Union 43 Prozent ihres verflüssigten Erdgases aus den USA und machte diese damit zum mit Abstand größten Lieferanten. Gleichzeitig versucht die EU jedoch, ihre Abhängigkeit von Russland als zweitgrößtem Anbieter zu reduzieren. In ihrem letzten Sanktionspaket hat die Europäische Kommission kein Verbot für russisches LNG vorgeschlagen, da einige Mitgliedstaaten zuerst alternative Versorgungsquellen, darunter die Vereinigten Staaten, sicherstellen wollten.

Pouyanne hatte sich bereits im Januar beim Weltwirtschaftsforum in Davos per Videokonferenz an Trump gewandt und ihn gefragt, ob er eine Garantie für die Versorgung Europas mit LNG geben könne. TotalEnergies ist der größte US-LNG-Exporteur mit Verträgen über mehr als zehn Millionen Tonnen. Trump sicherte zu, dass Europa seine Gaslieferungen erhalten werde.

Pouyanne wies darauf hin, dass es zwei Arten von Ländern gebe: jene mit bestehenden Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten, die ihre Exporte nicht plötzlich einstellen könnten, und solche ohne ein solches Abkommen, zu denen Europa gehöre. Er empfahl, dass Europa in künftigen Verhandlungen eine Art Freihandelsgarantie für LNG von den Vereinigten Staaten fordern sollte. Die Europäische Kommission hat bislang nicht auf eine Anfrage zu diesem Thema reagiert.

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