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Europäische Aktien auf Rekordhoch: US-Daten und Geopolitik beflügeln Märkte

Schwache US-Arbeitsmarktdaten und Fortschritte bei Iran-Friedensgesprächen treiben europäische Börsen auf neue Allzeithochs.

Europäische Aktien auf Rekordhoch: US-Daten und Geopolitik beflügeln Märkte

Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag ihre Rekordrallye fortgesetzt. Der paneuropäische STOXX 600 stieg bis 13:00 Uhr GMT um 0,4 % und notierte damit auf einem neuen Allzeithoch – einen Tag nachdem er bereits auf Rekordniveau geschlossen hatte. Treiber der Bewegung waren schwächer als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten sowie positive Signale aus den Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran.

Die Risikobereitschaft an den globalen Märkten drehte nach einem deutlichen Rückgang der US-Stellenneuschaffungen ins Positive. Vor der Veröffentlichung der Daten hatten die Märkte laut dem CME FedWatch Tool eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 60 % eingepreist, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen auf ihrer September-Sitzung anheben würde. Nach den Beschäftigungsdaten schraubten die Händler diese Wetten jedoch zurück und verschoben die Erwartungen auf ein Beibehalten der aktuellen Geldpolitik bis mindestens Oktober.

Weniger restriktive Fed entlastet Europa

Für die Eurozone hat eine weniger aggressive Geldpolitik der Fed gleich mehrere positive Effekte: Sie dämpft den Aufwärtsdruck auf die globalen Kreditkosten, verhindert den Abfluss von Kapital aus der Eurozone auf der Suche nach höheren US-Renditen und gewährt der Europäischen Zentralbank mehr Spielraum bei der Gestaltung ihrer eigenen Geldpolitik. Die falkenhaften Erwartungen an die Fed waren zuletzt durch Kommentare des neu ernannten Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh genährt worden.

Zusätzlichen Rückenwind lieferten beruhigende Signale vom Jahresforum der Europäischen Zentralbank im portugiesischen Sintra. EZB-Präsidentin Christine Lagarde signalisierte dort, dass die Risiken rund um Inflation und Wirtschaftswachstum in der Eurozone zunehmend „ausgewogener" werden. Diese Aussagen boten ein willkommenes taubenhaftes Gegengewicht zu den Marktsorgen, die nach der EZB-Zinserhöhung um 25 Basispunkte im vergangenen Monat fortbestanden hatten.

Neue Konjunkturdaten untermauerten die vorsichtig optimistische Stimmung. Eine vielbeachtete Umfrage ergab, dass die Dienstleistungsbranche der Eurozone im Juni langsamer schrumpfte und damit eine zweimonatige Serie kräftiger Rückgänge beendete. Besonders bedeutsam für die Aktienmärkte: Der Kostendruck innerhalb des Sektors sank so stark wie noch nie außerhalb der Pandemie-Lockdowns – ein klares Indiz dafür, dass sich die Engpässe bei der Kerninflation lockern.

Geopolitischer Durchbruch drückt Ölpreise

Der allgemeine Marktoptimismus wurde zudem durch greifbare Fortschritte bei den Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran gestärkt. Der geopolitische Durchbruch trug dazu bei, die Ölpreise wieder auf das Niveau vor dem Krieg zu drücken, und ermöglichte eine Normalisierung des weltweiten Schiffsverkehrs. Damit wurde ein erheblicher Inflationsengpass für die Lieferketten europäischer Unternehmen beseitigt.

Die wichtigsten regionalen Indizes folgten dem allgemeinen Optimismus. Im Tagesverlauf stieg der deutsche DAX um 0,8 % auf ein Rekordhoch, der französische CAC 40 legte um 0,2 % zu und der italienische FTSE MIB gewann 0,6 % hinzu. In London notierte der rohstofflastige FTSE 100 hingegen unverändert. Der STOXX 600 war auf Kurs, seine beste Wochenperformance seit fast zwei Monaten zu verzeichnen.

Einzelwerte mit deutlichen Gewinnen

Auf Einzeltitelebene gab es ebenfalls positive Ausreißer. Pirelli legte um 2 % zu, nachdem über ein Beteiligungsinteresse tschechischer Unternehmen berichtet wurde. Pluxee gewann 4 %, nachdem das Unternehmen für das dritte Quartal einen geringer als erwartet ausgefallenen Rückgang des organischen Umsatzes gemeldet hatte. Die Auto1 Group stieg um 2 %, nachdem J.P. Morgan die Aktie auf die Beobachtungsliste für positive Katalysatoren gesetzt hatte.

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