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Europäische Aktien steigen leicht – US-Iran-Waffenruhe verlängert

Berichte über eine 60-tägige Verlängerung des US-iranischen Waffenstillstands stützen die Märkte, während Ölpreise nachgeben.

Europäische Aktien steigen leicht – US-Iran-Waffenruhe verlängert

Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag leicht zugelegt. Rückenwind lieferten Berichte über Fortschritte bei den diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Iran-Krieges. Der paneuropäische Stoxx 600 stieg bis 09:18 Uhr ET um 0,4 Prozent, der französische CAC 40 legte um 0,5 Prozent zu, und der britische FTSE 100 verzeichnete ein Plus von 0,1 Prozent. Der deutsche DAX blieb stabil.

Laut von Reuters zitierten Quellen sollen die USA und der Iran eine Vereinbarung zur Verlängerung ihres wochenlangen Waffenstillstands um 60 Tage getroffen haben. Das Abkommen bedarf noch der Zustimmung von US-Präsident Donald Trump. Es würde zudem die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus ermöglichen, während Unterhändler an einem umfassenderen Abkommen arbeiten – einschließlich der Frage der nuklearen Ambitionen des Irans.

Straße von Hormus als zentraler Streitpunkt

Die Straße von Hormus ist eine der strategisch bedeutendsten Wasserstraßen der Welt. Etwa ein Fünftel des weltweiten Öls fließt durch diese Meerenge. Seit Beginn des rund drei Monate andauernden Konflikts haben beide Seiten den gewerblichen Schiffsverkehr durch die Straße eingeschränkt, was das globale Energieangebot verknappt und die Ölpreise erheblich in die Höhe getrieben hat.

Die gestiegenen Energiepreise schürten zuletzt die Sorge vor einer energiebedingten Inflationswelle, die Länder weltweit – darunter auch die USA – erfassen könnte. Die Aussicht auf eine Entspannung und die Wiedereröffnung der Meerenge wirkte sich daher unmittelbar auf die Rohstoffmärkte aus.

Ölpreise geben nach, bleiben aber erhöht

Die Terminkontrakte für die Sorte Brent, die globale Benchmark für Rohöl, fielen um 1,9 Prozent auf 91,93 US-Dollar pro Barrel. Damit gaben sie von ihren jüngsten Höchstständen nach, notieren jedoch weiterhin deutlich über dem Niveau vor dem Konflikt. Der Rückgang spiegelt die Hoffnung der Märkte auf eine baldige Normalisierung der Ölversorgung wider.

Auf der Datenseite zeigten neue Zahlen, dass die Verbraucherpreise in Deutschland im Mai auf Jahresbasis langsamer stiegen. In Italien hingegen beschleunigte sich die Inflation. Diese gemischten Signale aus der Eurozone unterstreichen die anhaltende Herausforderung für die Geldpolitik in der Region.

Rüstungsaktien unter den Outperformern

Zu den Gewinnern des Handelstages zählten Rüstungsaktien. Auftrieb erhielten sie insbesondere, nachdem Rumänien – ein NATO-Mitglied – bekanntgab, dass bei einem Drohnenangriff über Nacht zwei Personen verletzt wurden. In Zeiten geopolitischer Spannungen profitieren Rüstungswerte häufig von der Erwartung steigender Gewinne, die aus der erhöhten Nachfrage nach militärischer Ausrüstung und Dienstleistungen resultieren.

Die Entwicklungen an den europäischen Märkten zeigen, wie eng Geopolitik und Finanzwelt derzeit verknüpft sind. Für Anleger bleibt die weitere Entwicklung der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ein entscheidender Faktor – sowohl für die Ölpreise als auch für die allgemeine Marktstimmung.

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