Europäische Aktien unter Druck: Ölpreise steigen nach US-Angriffen auf Iran
Neue US-Militärschläge gegen den Iran belasten die europäischen Börsen und lassen Hoffnungen auf ein baldiges Friedensabkommen schwinden.

Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag überwiegend nachgegeben, während die Ölpreise deutlich anzogen. Auslöser waren erneute US-Militärangriffe auf den Iran, die den zuletzt aufgekommenen Optimismus über ein mögliches Friedensabkommen zwischen Washington und Teheran erheblich dämpften.
Der paneuropäische Stoxx 600 verlor 0,2 Prozent, der deutsche DAX fiel um 0,5 Prozent und der französische CAC 40 gab um 0,9 Prozent nach. Eine Ausnahme bildete der britische FTSE 100, der nach dem feiertagsbedingten Handelsausfall am Montag um 0,6 Prozent zulegte.
US-Militär versenkt iranische Schiffe in der Straße von Hormus
Das US-Militär führte nach eigenen Angaben „defensive" Schläge im Süden des Irans durch und versenkte dabei zwei Schiffe des Korps der Islamischen Revolutionsgarden. Diese hatten versucht, Minen in der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus zu legen – einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Ölhandel. Teheran reagierte mit Vergeltungsmaßnahmen und feuerte Raketen auf US-Flugzeuge ab. Daraufhin trafen amerikanische Angriffe Raketenwerfer in der Nähe von Bandar Abbas, wie das Wall Street Journal unter Berufung auf einen US-Beamten berichtete.
Die Eskalation trifft die Märkte zu einem sensiblen Zeitpunkt. Am Wochenende hatten Medienberichte noch Hoffnung geweckt, beide Seiten hätten sich grundsätzlich auf ein Abkommen zur Beendigung ihres fast drei Monate andauernden Krieges geeinigt. US-Präsident Donald Trump hatte die Gespräche zuletzt als „gut" bezeichnet.
„Die iranischen Stimmen waren jedoch weitaus vorsichtiger. Sie erklärten, dass zwar Fortschritte erzielt worden seien, die beiden Seiten jedoch noch weit von einer für beide Seiten akzeptablen Vereinbarung zur Beendigung der Feindseligkeiten entfernt seien. Das wurde heute Morgen überaus deutlich", kommentierte David Morrison, Senior Market Analyst bei Trade Nation.
Ölpreis klettert zurück über 98 Dollar – Inflationsdruck bleibt
Die Ölpreise reagierten prompt auf die neuen Spannungen. Die Terminkontrakte der Sorte Brent, der globalen Benchmark für Rohöl, stiegen um 2,4 Prozent auf 98,39 US-Dollar pro Barrel. Damit erholten sie sich von den Verlusten des Montags, als Berichte über Verhandlungsfortschritte den Preis unter die Marke von 100 Dollar gedrückt hatten.
Für Anleger und Verbraucher bleibt die Lage angespannt: Brent notiert weiterhin deutlich über dem Vorkriegsniveau von rund 70 US-Dollar pro Barrel. Dies hält den Druck auf die Energiepreise aufrecht und nährt Sorgen vor einem anhaltenden energiebedingten Inflationsdruck – ein Thema, das auch die Europäische Zentralbank genau beobachtet.
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