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Europäische Ausfallrate spekulativer Anleihen sinkt auf 3,5 Prozent

Die Erste Group meldet einen Rückgang der europäischen Ausfallrate im Februar – trotz anhaltender Marktvolatilität durch den Nahost-Konflikt.

Europäische Ausfallrate spekulativer Anleihen sinkt auf 3,5 Prozent

Die europäische Ausfallrate für spekulative Anleihen ist im Februar auf 3,5 Prozent gesunken, nach 4,0 Prozent im Januar. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Erste Group hervor. Laut der Basisprognose von Moody's soll diese Rate in den kommenden zwölf Monaten weiter zurückgehen.

Die Kapitalmärkte bleiben dennoch unter Druck. Die Entwicklungen im Nahen Osten belasten den Handel spürbar: US-Präsident Donald Trump verlängerte sein 48-Stunden-Ultimatum an den Iran zur Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus um weitere fünf Tage. Laufende Verhandlungen sollen den Konflikt beenden – der Iran dementierte diese Darstellung jedoch.

Das unmittelbare Risiko von Lieferkettenunterbrechungen hat sich etwas abgeschwächt. Medienberichten zufolge erlaubt der Iran die Durchfahrt durch die Straße von Hormus für Länder, die keine aggressiven Handlungen gegen den Iran unterstützen. Dennoch bleiben der TTF-Gaspreis und der Brent-Rohölpreis deutlich über dem Vorkriegsniveau.

Inflationsdruck und EZB-Prognose

Der anhaltend hohe Energiepreisdruck erhöht kurzfristig die Inflation. Die Europäische Zentralbank bestätigte dies auf ihrer Sitzung am 19. März und hob ihre Inflationsprognose für 2026 von 1,9 auf 2,6 Prozent an. Das ist ein erheblicher Revisionsschritt, der die Unsicherheit über die künftige Zinspolitik weiter verstärkt.

Am Markt für EUR-Unternehmensanleihen weiteten sich die Credit Spreads gegenüber Bundesanleihen aus. Im High-Yield-Segment liegen sie derzeit rund 35 Basispunkte über dem Vorkriegsniveau, im Investment-Grade-Segment etwa 10 Basispunkte. Die am VDAX gemessene Aktienmarktvolatilität erreichte diese Woche den dritthöchsten Stand der vergangenen fünf Jahre.

Schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone

Auch die Konjunkturdaten enttäuschten: Der saisonbereinigte Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Eurozone lag bei 50,5 Punkten und blieb damit hinter den Konsensschätzungen zurück. Rückläufige Auftragseingänge belasteten den Index. Zugleich beschleunigte sich der Kostendruck so stark wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr – als direkte Folge des Kriegsausbruchs im Nahen Osten.

Auch aus Deutschland kamen negative Signale: Der ifo-Geschäftsklimaindex fiel im März von 88,4 auf 86,4 Punkte. Pessimistischere Erwartungen der deutschen Unternehmen trieben den Rückgang. Für Anleger bleibt das Umfeld damit kurzfristig herausfordernd, auch wenn sich die Ausfallraten im spekulativen Segment weiter verbessern.

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