Europäische Börsen schwächer: Iran-USA-Spannungen belasten Märkte
Eskalation im Nahen Osten drückt DAX, CAC 40 und FTSE 100 ins Minus – trotz Waffenstillstand zwischen Israel und Libanon.

Die europäischen Aktienmärkte starten am Donnerstag mit Verlusten in den Handel. Grund dafür sind die eskalierenden Spannungen zwischen dem Iran und den USA, die bereits die asiatischen Börsen über Nacht belastet hatten. Laut Daten von IG Futures wird der Londoner FTSE 100 voraussichtlich 0,5% tiefer eröffnen, der französische CAC 40 dürfte 0,3% im Minus starten, und der deutsche DAX wird mit einem Rückgang von 0,2% erwartet.
Auslöser der neuen Eskalationsstufe war ein iranischer Angriff auf den internationalen Flughafen von Kuwait am frühen Mittwoch. Nur einen Tag zuvor hatte das US-Zentralkommando mitgeteilt, mehrere iranische ballistische Raketen und Drohnen abgewehrt zu haben. Darüber hinaus führten die USA sogenannte „Selbstverteidigungsschläge" gegen die Insel Qeschm im Persischen Golf durch – als Reaktion auf „versuchte Angriffe" Teherans, wie es offiziell hieß.
Netanjahu warnt den Iran vor weiteren Angriffen
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erhöhte in einem Interview mit CNBC den Druck auf Teheran. „Israel ist bereit und die US-Streitkräfte sind bereit. Ich denke, der Iran sollte das berücksichtigen. Ich glaube, sie berücksichtigen es, aber sie spielen mit dem Feuer", sagte Netanjahu. Er machte damit deutlich, dass sowohl Israel als auch die USA bei Bedarf erneut militärisch gegen den Iran vorgehen würden.
Die Aussagen des israelischen Regierungschefs unterstreichen die angespannte Lage in der gesamten Region. Für Anleger bedeutet die geopolitische Unsicherheit erhöhte Risikoaversion, was sich in den fallenden Aktienkursen und der Flucht in sichere Häfen widerspiegelt.
Waffenstillstand zwischen Israel und Libanon bringt nur kurze Erleichterung
Einen Lichtblick gab es am Mittwochabend: Israel und der Libanon einigten sich auf die Umsetzung eines Waffenstillstands. Eine gemeinsame Erklärung mit den Vereinigten Staaten, die das US-Außenministerium nach Verhandlungen in Washington veröffentlichte, bestätigte die Einigung. Der Waffenstillstand ist demnach an eine vollständige Einstellung des Feuers durch die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz sowie den Abzug all ihrer Kämpfer aus dem Sektor Süd-Litani geknüpft.
Allerdings hatten die beiden Seiten bereits im vergangenen Monat einem Waffenstillstand zugestimmt, ohne dass die Feindseligkeiten tatsächlich endeten. Die Skepsis der Märkte gegenüber einer dauerhaften Beruhigung bleibt daher groß.
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Zur AktienanalyseÖlpreise geben leicht nach
Die Ölpreise reagierten auf die Waffenstillstandsnachricht mit moderaten Abschlägen. Die Futures für West Texas Intermediate (WTI) fielen am Donnerstag um 0,5% auf 95,49 US-Dollar pro Barrel. Die internationale Referenzsorte Brent gab um 0,6% nach und schloss bei 96,20 US-Dollar je Barrel. Für deutsche Verbraucher und Unternehmen bleibt das Ölpreisniveau damit auf einem erhöhten Stand, der die Energiekosten weiterhin belastet.
Insgesamt bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten der dominierende Faktor für die Finanzmärkte. Solange die Konfrontation zwischen dem Iran und den USA anhält, dürfte die Risikobereitschaft der Investoren gedämpft bleiben – mit entsprechenden Folgen für europäische Aktienindizes wie DAX, CAC 40 und FTSE 100.


