Europäische Börsen steigen: Energieaktien profitieren von höheren Ölpreisen
Steigende Ölpreise beflügeln europäische Energiewerte – Unsicherheit um die Straße von Hormus treibt Brent auf 89 Dollar.

Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag im frühen Handel zugelegt. Haupttreiber war der Anstieg der Energieaktien, der durch steigende Ölpreise ausgelöst wurde. Im Mittelpunkt steht die anhaltende Unsicherheit über die Wiederöffnung der Straße von Hormus sowie die schleppenden Fortschritte bei einem möglichen Friedensabkommen im Nahen Osten.
Der europaweite Stoxx 600 legte um 0,1 Prozent zu, der deutsche DAX kletterte um 0,01 Prozent und der französische CAC 40 verzeichnete ein Plus von 0,04 Prozent. Alle drei Indizes hatten am Montag auf neuen Rekordständen geschlossen. Auch der Londoner FTSE 100 notierte 0,03 Prozent im Plus.
Ölkonzerne als Kurstreiber
Besonders stark zeigten sich die großen europäischen Ölkonzerne. BP legte in London um rund 1,43 Prozent zu, Shell gewann etwa 1 Prozent. Die norwegische Equinor führte die Gewinne mit einem Plus von 2,4 Prozent an. Die italienische Eni stieg um 1,7 Prozent, die spanische Repsol rückte um 1,5 Prozent vor, und die französische TotalEnergies verzeichnete ein Plus von 1,3 Prozent.
Hintergrund der Ölpreisrally ist die geopolitische Lage rund um die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, durch die ein erheblicher Teil des globalen Öltransports verläuft. Soojin Kim von der japanischen Großbank MUFG schreibt, dass härtere Forderungen der USA und des Irans die Fortschritte auf dem Weg zu einem Abkommen verlangsamen, das den normalen Schiffsverkehr durch die Meerenge wieder ermöglichen könnte.
Der Brent-Rohölpreis setzte damit seine viertägige Rally fort und stieg in New York um 1,5 Prozent auf 89 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte WTI legte um 0,8 Prozent auf 79,13 US-Dollar zu. Für Anleger in europäische Energieaktien bedeutet dies eine direkte Rückendeckung, da die Gewinne der Ölkonzerne eng an den Rohölpreis gekoppelt sind.
TSMC: CPU-Markt als neuer Wachstumstreiber
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Zur AktienanalyseAbseits der Energiemärkte rückte auch der taiwanische Chiphersteller TSMC in den Fokus. Analysten von Bernstein sehen im Aufschwung der sogenannten agentischen KI – also KI-Systemen, die eigenständig Aufgaben ausführen – einen neuen Wachstumsimpuls für den Markt für Hauptprozessoren (CPUs). Bernstein erwartet, dass der CPU-Umsatz von TSMC im Jahr 2027 den hohen 30-Milliarden-Dollar-Bereich erreichen wird, was einem Anteil im mittleren Zehnerbereich am Gesamtumsatz entspräche.
Die Analysten heben hervor, dass CPUs im Jahr 2027 in Bezug auf den Umsatzbeitrag aus der Wafer-Produktion ebenso bedeutend sein könnten wie KI-Beschleuniger – darunter GPUs und sogenannte ASICs (anwendungsspezifische integrierte Schaltkreise). Bernstein hob das Kursziel für TSMC von 2.780 auf 3.300 Neue Taiwan-Dollar an und verwies dabei auf eine im Vergleich zur Konkurrenz günstige Bewertung. Zuletzt wurde die Aktie bei 2.400 Neuen Taiwan-Dollar gehandelt.


