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Europäische Erdgaspreise brechen nach Iran-Waffenstillstand massiv ein

Ein US-iranisches Waffenstillstandsabkommen lässt die Hoffnung auf entspannte Gasversorgung aus dem Persischen Golf aufkeimen.

Europäische Erdgaspreise brechen nach Iran-Waffenstillstand massiv ein

Die europäischen Erdgaspreise haben am Mittwoch einen der stärksten Einbrüche seit Wochen verzeichnet. Der richtungsweisende niederländische Frontmonatskontrakt am TTF-Hub fiel laut ICE-Daten um 14,6 Prozent auf 45,50 Euro pro Megawattstunde – der größte Tagesrückgang seit fast einem Monat. Auslöser war die Nachricht über einen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran.

Hintergrund des Preisrückgangs ist die Hoffnung, dass durch den Konflikt verursachte Versorgungsengpässe nun behoben werden könnten. Viele europäische Länder beziehen Erdgas von Produzenten aus dem Persischen Golf, insbesondere aus Katar. In den vergangenen Wochen hatten iranische Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Region die Lieferströme erheblich beeinträchtigt.

Waffenstillstand nach US-Ultimatum

Am Dienstag einigten sich die USA und der Iran auf eine Vereinbarung zur vorübergehenden Einstellung der Feindseligkeiten für zwei Wochen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor gedroht, die iranische „Zivilisation" auszulöschen, falls das Land die Straße von Hormus nicht bis Dienstag, 20:00 Uhr Ortszeit (Eastern Time), öffnen würde. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt für den globalen Energiehandel.

Trump erklärte in den sozialen Medien, der Waffenstillstand sei auf Gespräche mit der Führung Pakistans zurückzuführen, das als Vermittler zwischen den USA und dem Iran fungierte. Er fügte hinzu, die USA hätten einen 10-Punkte-Vorschlag vom Iran erhalten, der eine tragfähige Verhandlungsgrundlage biete. Zudem bekräftigte er, Washington habe „bereits alle militärischen Ziele erreicht und übertroffen", und der „Zwei-Wochen-Zeitraum werde es ermöglichen, das Abkommen zum Abschluss zu bringen".

Irans Außenminister Abbas Araghchi erklärte, Teheran werde seine „Verteidigungsoperation einstellen" und eine „sichere Passage" durch die Straße von Hormus ermöglichen – sofern die Schifffahrt in Abstimmung mit dem iranischen Militär erfolge. Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif lud US-amerikanische und iranische Regierungsvertreter für Freitag, den 10. Januar 2025, zu Gesprächen nach Islamabad ein.

Geopolitische Dimension und wirtschaftliche Folgen

Israel, das Ende Februar gemeinsam mit den USA einen Angriff auf den Iran gestartet hatte, unterstützte Trumps Entscheidung. Das Büro von Premierminister Benjamin Netanjahu bestätigte dies in einer Erklärung, ließ jedoch die Situation im Libanon unkommentiert, wo die mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Milizen weiterhin Ziel israelischer Angriffe waren.

Die Vereinbarung bietet beiden Seiten Raum, ein langfristiges Friedensabkommen auszuarbeiten. Viele Beobachter hatten befürchtet, dass der Konflikt – über die militärischen und humanitären Kosten hinaus – den Inflationsdruck erhöhen und die Weltwirtschaft belasten würde. Ein stabiler Energiefluss durch den Persischen Golf ist für Europa von zentraler Bedeutung, da die Region zu den wichtigsten Lieferanten von Flüssigerdgas (LNG) zählt.

Dennoch bleibt die Lage fragil: Medien berichteten am Mittwochmorgen über neue Militär- und Drohnenangriffe in Gebieten am Persischen Golf. Die Nachhaltigkeit des Waffenstillstands und damit auch die Entspannung an den Energiemärkten bleiben damit ungewiss.

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