Europäische Erdgaspreise steigen – Nahost-Spannungen belasten Märkte
Unsicherheit über US-Iran-Waffenstillstand und geschlossene Straße von Hormus treiben europäische Gaspreise am Montag nach oben.

Die europäischen Erdgaspreise haben am Montag zugelegt und damit einen Teil der Verluste vom Ende der Vorwoche ausgeglichen. Hintergrund ist die wachsende Unsicherheit über den Fortgang potenzieller Gespräche zwischen den USA und dem Iran sowie die Dauerhaftigkeit eines vorübergehenden Waffenstillstands.
Der richtungsweisende niederländische Frontmonatskontrakt am TTF-Hub notierte laut Daten der Intercontinental Exchange um 08:41 Uhr ET (12:41 Uhr GMT) bei 40,17 Euro pro Megawattstunde (MWh) – ein Rückgang von 3,7 Prozent gegenüber dem Vortag. Dennoch spiegeln die Preise die anhaltende geopolitische Anspannung wider, die den europäischen Gasmarkt seit Wochen beschäftigt.
Waffenstillstand unter Druck
Im Zentrum der Marktbewegungen steht der fragile Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran. Eine zweiwöchige Einstellung der Feindseligkeiten soll im Laufe dieser Woche auslaufen. US-Präsident Donald Trump erklärte, dass Gesandte aus Washington zu einer neuen Runde von Friedensgesprächen mit dem Iran nach Pakistan reisen werden.
Der Iran hat jedoch die Teilnahme an einer zweiten Verhandlungsrunde abgelehnt. Als Begründung nannte Teheran laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA „überzogene Forderungen" Washingtons sowie wechselnde Positionen. Konkret verwies der Iran auf „unrealistische Erwartungen", „ständige Kurswechsel" und „wiederholte Widersprüche" seitens der USA sowie eine andauernde Seeblockade, die das Land als Verletzung des Waffenstillstands betrachtet.
Zusätzlich berichtete das US-Nachrichtenportal Axios, dass der Iran vermutet, die USA bereiteten einen Überraschungsangriff vor. Zudem hatten die USA ein unter iranischer Flagge fahrendes Schiff beschlagnahmt, was eine Vergeltungsdrohung aus Teheran auslöste. Diese Entwicklungen stellen eine deutliche Kehrtwende gegenüber dem Optimismus dar, der noch Ende der vergangenen Woche geherrscht hatte.
Straße von Hormus erneut geschlossen
Besonders bedeutsam für die Energiemärkte ist die Lage an der Straße von Hormus. Dieser strategische Seeweg ist ein lebenswichtiger Engpass für rund ein Fünftel des weltweiten Erdöls. Trump und der iranische Außenminister hatten Ende letzter Woche noch erklärt, die Straße sei wieder für den Tankerverkehr geöffnet worden. Der Iran hat jedoch inzwischen klargestellt, dass die Straße von Hormus erneut geschlossen ist.
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Zur AktienanalyseNeben der faktischen Schließung dieses Seewegs wurden die Gaslieferungen nach Europa durch Angriffe auf wichtige Energieinfrastrukturen beeinträchtigt – insbesondere auf Produktionsanlagen in Katar. Infolgedessen sind die weltweiten Gaspreise sprunghaft angestiegen, und die EU-Referenzpreise für Erdgas verbleiben deutlich über dem Vorkriegsniveau.
Die Kursgewinne am Montag fielen dennoch verhalten aus. Eine gedämpfte Nachfrage aus Asien trug dazu bei, den Druck auf die europäischen Gasvorräte etwas zu mildern und eine stärkere Preisrally zu bremsen. Für europäische Anleger und Energieversorger bleibt die Lage damit angespannt – die weitere Entwicklung der Verhandlungen zwischen Washington und Teheran dürfte die Gaspreise in den kommenden Tagen maßgeblich beeinflussen.

