Europäische Erdgaspreise steigen wegen unsicherer Iran-Friedensgespräche
Unklarheit über den Verlauf eines drohenden Waffenstillstandsauslaufs zwischen den USA und dem Iran treibt die Gaspreise in Europa deutlich nach oben.

Die europäischen Erdgaspreise haben am Dienstag spürbar zugelegt. Hintergrund ist die wachsende Unsicherheit über den Fortgang potenzieller Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran sowie das bevorstehende Auslaufen eines vorübergehenden Waffenstillstands. Der richtungsweisende niederländische Frontmonatskontrakt am TTF-Hub kletterte bis 09:23 Uhr ET (13:23 Uhr GMT) um 3,5 Prozent auf 41,65 Euro pro Megawattstunde (MWh), wie Daten der Intercontinental Exchange zeigen.
Die Referenzpreise für EU-Erdgas liegen damit weiterhin deutlich über dem Vorkriegsniveau. Der Konflikt, der Ende Februar mit gemeinsamen Angriffen der USA und Israels auf den Iran begann, hat die globalen Energiemärkte erheblich erschüttert. Neben der faktischen Schließung der Straße von Hormus wurden die Gaslieferungen nach Europa durch Angriffe auf wichtige Energieinfrastrukturen beeinträchtigt – insbesondere auf Produktionsanlagen in Katar. Infolgedessen sind die weltweiten Gaspreise sprunghaft angestiegen.
Waffenstillstand kurz vor dem Auslaufen
Im Zentrum der aktuellen Marktbewegung steht ein zweiwöchiges Waffenstillstandsabkommen, das US-Präsident Donald Trump erstmals am 7. April um 18:32 Uhr ET verkündet hatte. Die Kampfpause soll im Laufe dieser Woche auslaufen, wobei der genaue Zeitpunkt der Frist zunächst unklar blieb. Unter Berufung auf eine pakistanische Quelle berichtete Reuters, dass der Waffenstillstand am Mittwoch um 20:00 Uhr Eastern Time beziehungsweise am Donnerstag um Mitternacht GMT enden würde.
Trump erklärte am Dienstag in einem Social-Media-Beitrag, der Iran habe die Waffenruhe „zahlreiche Male" gebrochen, machte jedoch keine weiteren Angaben oder Details. Gleichzeitig äußerte er sich gegenüber dem US-Sender CNBC vergleichsweise optimistisch: Er erwarte, dass die USA ein „großartiges Abkommen" mit dem Iran schließen würden, und betonte, die USA befänden sich in einer „sehr starken Verhandlungsposition". Eine Verlängerung des Waffenstillstands selbst schloss er jedoch aus.
Pakistan als Vermittler im Fokus
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Zur AktienanalyseDa die Zeit abläuft, bemüht sich Pakistan – das häufig als Vermittler zwischen Washington und Teheran fungiert – den Weg für erneute Gespräche zu ebnen. Die Associated Press berichtete unter Berufung auf zwei Regionalvertreter, dass beide Seiten ihre Teilnahme an neuen Verhandlungen in Islamabad signalisiert haben. Die USA zeigten sich zuversichtlich, dass die Gespräche in Pakistan stattfinden werden, und eine pakistanische Quelle behauptete laut Reuters, dass Teheran teilnehmen werde.
Trump beharrt darauf, dass er eine Vereinbarung anstrebe, die die Turbulenzen an den Finanzmärkten eindämmt. Zudem fordert er das Versprechen des Irans, die Entwicklung einer Atomwaffe nicht weiterzuverfolgen. Für europäische Energieversorger und Privatanleger bleibt die Lage damit angespannt: Solange keine belastbare diplomatische Lösung in Sicht ist, dürften die Gaspreise auf erhöhtem Niveau verharren oder weiter steigen.


