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Europäische Weizen-Futures fallen nach starker Juli-Rallye deutlich

Händler nehmen Gewinne mit – Pariser Mahlweizen verliert 2,9 Prozent nach mehr als 10 Prozent Anstieg im Juli.

Europäische Weizen-Futures fallen nach starker Juli-Rallye deutlich

Die europäischen Weizen-Futures haben am Freitag deutlich nachgegeben. Händler nutzten die Gelegenheit zur Gewinnmitnahme nach einer starken Rallye im Juli, die die Preise um mehr als 10 Prozent in die Höhe getrieben hatte. Auslöser für den Anstieg waren Sorgen über Getreidelieferungen aus dem Schwarzmeerraum.

Mahlweizen zur Lieferung im September an der Pariser Euronext fiel bis zum Ende der Handelssitzung um 2,9 Prozent auf 222,75 Euro (256,54 US-Dollar) pro Tonne. Ende Juni notierte der Kontrakt noch bei 202,00 Euro pro Tonne. Der Rückgang am Freitag folgte der Entwicklung des Benchmark-Kontrakts in Chicago, der im Nachmittagshandel ebenfalls deutlich nachgab.

Schwarzmeer-Konflikte stören globale Getreidelieferketten

Jüngste Angriffe Russlands und der Ukraine auf die Getreideinfrastruktur sowie auf Schiffe haben die Frachtbewegungen im Schwarzmeerraum erheblich gestört. Diese Entwicklungen erhöhen die Risiken für Importeure im Nahen Osten, in Afrika und in Asien – Regionen, die stark auf Getreidelieferungen aus dieser Weltregion angewiesen sind. Die Störungen trugen maßgeblich dazu bei, die weltweiten Getreidepreise in den vergangenen Wochen zu stützen.

Zusätzlich belastete ein stärkerer Euro die Marktstimmung. Ein höherer Eurokurs macht europäische Exportware für Käufer aus Drittländern teurer und erschwert damit die Wettbewerbsfähigkeit der EU auf dem Weltmarkt. Dabei versucht die Europäische Union, ihre Exportverkäufe zu steigern, um Lieferausfälle aus dem Schwarzmeerraum zu kompensieren.

EU senkt Produktionsprognosen für 2026/27 deutlich

Die Europäische Kommission hat am Donnerstag ihre Prognosen für die Getreide- und Ölsaatenproduktion der EU für das Wirtschaftsjahr 2026/27 nach unten revidiert. Besonders auffällig: Die Weizenproduktion soll demnach um 8 Prozent zurückgehen. Diese Einschätzung verschärft die ohnehin angespannte Versorgungslage auf den europäischen Getreidemärkten.

Die Endbestände bei Weizen sollen sich laut der neuen Prognose auf 12,9 Millionen Tonnen verknappen. Im Vormonat hatte die Kommission noch 13,8 Millionen Tonnen erwartet. Zum Vergleich: Ende Juni dieses Jahres lagen die prognostizierten Endbestände noch bei 16,5 Millionen Tonnen. Der deutliche Rückgang innerhalb weniger Wochen verdeutlicht, wie rasch sich die Versorgungsaussichten eingetrübt haben.

Für deutsche Getreidehändler, Landwirte und Lebensmittelproduzenten bleibt die Lage damit angespannt. Einerseits sorgen die geopolitischen Risiken im Schwarzmeerraum für strukturelle Preisunterstützung, andererseits dämpfen Gewinnmitnahmen und Währungseffekte kurzfristig die Notierungen. Die weitere Preisentwicklung dürfte maßgeblich davon abhängen, wie sich die Lage rund um die ukrainischen und russischen Getreideexportrouten entwickelt.

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