Europas Automarkt: Benziner brechen ein, Elektroautos legen zu
Im Januar 2025 sanken die Neuwagenverkäufe in Europa erstmals seit Juni – Benziner verloren dramatisch an Marktanteilen.

Die europäischen Neuwagenverkäufe sind im Januar 2025 um 3,5 Prozent auf 961.382 Fahrzeuge gesunken. Damit verzeichnete der Markt den ersten Rückgang im Jahresvergleich seit Juni, wie Daten des europäischen Automobilverbands ACEA zeigen. Besonders stark betroffen waren Deutschland, Frankreich, Belgien und Polen.
Den dramatischsten Einbruch erlebte Norwegen: Dort brachen die Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 76 Prozent ein. Die Zahlen erfassen die Märkte der Europäischen Union sowie Großbritannien, die Schweiz, Norwegen und Island.
Benziner auf dem Rückzug
Besonders auffällig ist der Absturz der Benziner: Deren Zulassungen sanken im Vergleich zum Vorjahresjanuar um rund 26 Prozent. In Frankreich brachen sie sogar um 49 Prozent ein, in Deutschland um 30 Prozent. Der Marktanteil der Benziner schrumpfte innerhalb eines Jahres von knapp einem Drittel auf etwas mehr als ein Fünftel.
Gleichzeitig legten alternative Antriebe deutlich zu: Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) wuchsen um 14 Prozent, Plug-in-Hybride (PHEV) um 32 Prozent und klassische Hybridautos um 6 Prozent. Zusammen kamen diese drei Kategorien auf einen Marktanteil von 69 Prozent – nach 59 Prozent im Januar des Vorjahres.
Gewinner und Verlierer unter den Herstellern
Unter den großen Autokonzernen entwickelten sich die Verkaufszahlen sehr unterschiedlich. Volkswagen verzeichnete ein Minus von 3,8 Prozent, BMW verlor 5,7 Prozent. Renault und Toyota büßten sogar 15 beziehungsweise 13,4 Prozent ein. Stellantis und Mercedes-Benz konnten hingegen mit Zuwächsen von 6,7 und 2,8 Prozent punkten.
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Zur AktienanalyseDer chinesische Elektroautobauer BYD stach mit einem Zulassungsplus von 165 Prozent heraus und unterstreicht damit den wachsenden Druck chinesischer Hersteller auf europäische Konkurrenten. Tesla hingegen setzte seinen Abwärtstrend fort und verlor 17 Prozent im Jahresvergleich – laut ACEA-Daten bereits der dreizehnte Rückgangsmonat in Folge.
Die europäische Automobilindustrie befindet sich mitten in einer tiefgreifenden Transformation. Traditionelle Hersteller kämpfen gegen günstigere chinesische Modelle und navigieren durch ein unsicheres Handelsumfeld, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA zuletzt die meisten US-Zölle für rechtswidrig erklärt hat. Die Dekarbonisierungsziele der EU sorgen zusätzlich für Druck, auch wenn deren Umsetzung zuletzt verzögert wurde.


