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Europas größter Cannabis-Produzent warnt vor Legalisierung

Bedrocan: Versorgung mit Medizinalhanf kann sich durch geplante Gesetze verschlechtern

Europas größter Cannabis-Produzent warnt vor Legalisierung

Könnte sich die Versorgung von schwer kranken Patienten mit medizinischem Cannabis – so gennantem – Medizinalhanf – durch die möglichliche Legalisierung von THC in Deutschland verschlechtern? Tjalling Erkelens, der mit seiner Firma Bedrocan seit knapp 20 Jahren Patienten mit Medizinalcannabis versorgt, ist dieser Meinung. „Länder wie Kanada zeigen, dass bei einer Legalisierung Patienten, die auf medizinisches Cannabis angewiesen sind, benachteiligt werden“, sagt er. „Das hat zu Versorgungsengpässen für Patienten geführt, denn viele Erzeuger haben sich vom medizinischen Cannabis abgewandt, um den größeren Markt für Freizeitcannabis zu erobern. Dort sind die Qualitätsanforderungen niedriger, die Vorschriften weniger streng, und es locken höhere Gewinne.“

Unterstützt wird seine Wanung durch Erhebungen von Statistics Canada, die besagen, dass gleichzeitig mit der Kanadischen Liberalisierung von THC für den Freizeitkonsum (Ende 2018) die Medizinalcannabis-Umsätze zurückgingen. Die Umsätze mit Freizeitcannabis stiegen im gleichen Zeitraum an.

Die neue Ampel-Bundesregierung hatte in ihrem Koalitionsvertrag beschlossen, dass sie die „kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften“ einführen will.

Wissenschaft und Wirtschaft brauchen standardisierte Produkte

Bedrocan beliefert mit seinen Erzeugnissen das Office of Medicinal Cannabis, die staatliche Behörde, die Produktion und Export des Stoffs in den Niederlanden regelt. Die größte Sorge Erkelens ist, sollte die Legalisierung kommen, dass sich Patienten mit Freizeitcannabis versorgen, denn dies ist viel weniger kompliziert. „Dann haben die Patienten keinen regelmäßigen Kontakt mehr zu ihrem Arzt oder ihrer Apotheke und die medizinische Betreuung fehlt.“ Zudem könnten falsche Dosierungen oder die niedrigere Qualität des Freizeitcannabis für Patienten gefährlich werden, insbesondere wenn sie keine oder wenig Erfahrung mit Cannabis hätten.

Ein standardisiertes Produkt sei auch für die Erforschung von Cannabis in medizinischer Verwendung in wissenschaftlichen Studien sowie für die Herstellung von cannabinoidhaltigen Medikamenten von unschätzbarem Wert. Viele Wissenschaftler und Pharmaunternehmen arbeiten aus diesem Grund eng mit Bedrocan zusammen. Das Unternehmen hat etwa 100 Mitarbeiter, in Vollzeitstellen gerechnet 75. Die Familie hält 75 Prozent der Aktien, die übrigen ein Luxemburger Fonds.

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