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Europas Militär-Startups rücken in den Fokus

Innovative Technologien stärken die Unabhängigkeit angesichts möglicher US-Politikänderungen

Europas Militär-Startups rücken in den Fokus

Die Möglichkeit einer erneuten Präsidentschaft von Donald Trump in den USA und der andauernde Krieg in der Ukraine haben in Europa Besorgnis ausgelöst und zu verstärkten Anstrengungen geführt, die Verteidigungsfähigkeiten zu modernisieren. Insbesondere Militär-Startups rücken in den Fokus, da technologische Innovationen wie Künstliche Intelligenz und autonome Drohnen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Europäische Staaten setzen daher verstärkt auf Investitionen in diese Bereiche und ziehen dabei die Expertise von privaten Wagniskapitalgebern hinzu.

Herbert Mangesius, Gründungspartner des Wagniskapitalfonds Vsquared, betont die Bedeutung schnellerer Produktzyklen und umfassender Experimente in der aktuellen Aufrüstungsphase. Er sieht in der Zusammenarbeit mit der Wagniskapital-Welt eine Antwort auf die langsamen Planungsprozesse in den Ministerien. Vsquared ist Partner des Nato Innovation Fund (NIF), der mit rund einer Milliarde Euro vielversprechende Jungfirmen aus dem Verteidigungssektor unterstützt. 24 der 32 Nato-Staaten sind an diesem Fonds beteiligt, jedoch bislang nicht die USA und Kanada. Der Leiter des NIF, Andrea Traversone, hofft darauf, dass sich in Zukunft alle Nato-Staaten dem Fonds anschließen werden.

Trump hat angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs die „Zweck und Mission der Nato“ grundlegend zu überdenken und droht damit, Verbündete bei unzureichenden Verteidigungsausgaben nicht zu unterstützen. Als direkte Reaktion auf solche Äußerungen hat der deutsche Drohnen-Hersteller Quantum-Systems kürzlich einen Auftrag vom Bund erhalten, was laut Mangesius zeigt, dass Europa verteidigungstechnisch eigenständiger werden müsse. Es sei nicht möglich, die eigene Sicherheit auf ein anderes Land zu übertragen.

Die Rüstungsausgaben sind weltweit gestiegen, was auch das Friedensforschungsinstitut Sipri bestätigt. In Europa erhöhten sich die Ausgaben 2023 um 16 Prozent auf 552 Milliarden Euro, weltweit erreichten sie ein Rekordhoch von 2,15 Billionen Euro. Der Hauptgrund dafür liegt im russischen Einmarsch in die Ukraine, doch eine mögliche zweite Trump-Präsidentschaft könnte weitere bedeutende Veränderungen für die Militärindustrie auf beiden Seiten des Atlantiks mit sich bringen, wie Ricardo Mendes, Chef des portugiesischen Drohnen-Anbieters Tekever, betont.

Militär-Startups haben sich in der jüngsten Finanzierungsflaute relativ gut gehalten. Während Investitionen in europäische Jungfirmen insgesamt stark zurückgingen, verzeichnete der Verteidigungssektor nur einen moderaten Rückgang. Bulent Altan von Alpine Space Ventures hebt hervor, dass diese Investitionen nicht nur die Verteidigungsfähigkeit verbessern, sondern auch die Position Europas gegenüber den USA stärken könnten. So wäre Europa auch bei Schwierigkeiten in der Partnerschaft mit den USA nicht schutzlos.

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