Eurozone-Anleiherenditen fallen nach Iran-Gesprächen und Ölpreisrückgang
Sinkende Ölpreise infolge von Trumps Ankündigung über Iran-Gespräche entlasten Anleiherenditen und dämpfen Inflationssorgen.

Die Renditen von Staatsanleihen der Eurozone sind am Montag spürbar gesunken. Auslöser war ein deutlicher Rückgang der Ölpreise, nachdem US-Präsident Donald Trump Gespräche mit dem Iran über die Straße von Hormus angekündigt hatte. Die Entwicklung sorgte an den Anleihemärkten für Erleichterung – noch am Freitag hatte die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe fast den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht.
Die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe, die als Benchmark für den gesamten Euroraum gilt, fiel um 6 Basispunkte auf 3,145 Prozent. Auch die zweijährige Bundesanleihe, die die Zinserwartungen der Europäischen Zentralbank widerspiegelt, gab nach – sie sank um 4,5 Basispunkte auf 2,763 Prozent. Anleiherenditen und Anleihekurse entwickeln sich dabei stets in entgegengesetzte Richtungen: Steigen die Kurse, fallen die Renditen.
Trumps Ankündigung und Teherans Reaktion
Trump erklärte gegenüber Reportern am Sonntag, dass Verhandlungen am Montagnachmittag beginnen würden. Angaben zu den Teilnehmern oder dem Verhandlungsort machte er jedoch nicht. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums widersprach am Montag und erklärte, dass weder Verhandlungen mit den USA stattfänden noch solche geplant seien. Teheran bestätigte allerdings, dass man sich in Gesprächen mit dem Oman über die Verwaltung der Straße von Hormus befinde – einem kritischen Schifffahrtsweg für die globalen Energiemärkte.
Die Straße von Hormus ist von enormer strategischer Bedeutung: Durch sie wird ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Gashandels abgewickelt. Spannungen in der Region wirken sich daher unmittelbar auf die Energiepreise und damit auf die globale Inflation aus. Entsprechend sensibel reagieren die Finanzmärkte auf jede Entwicklung rund um diese Meerenge.
Ölpreisrückgang dämpft Inflationssorgen
Die Sorte Brent-Rohöl fiel am Montag nach Trumps Äußerungen um rund 5 Prozent auf 83,53 US-Dollar pro Barrel. Dieser Rückgang dämpfte die Inflationssorgen der Marktteilnehmer erheblich. Niedrigere Energiepreise bedeuten in der Regel geringeren Inflationsdruck – was wiederum den Druck auf die EZB reduziert, die Zinsen weiter anzuheben.
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Zur AktienanalyseDie Marktreaktion spiegelt die Sensibilität der Anleihemärkte gegenüber Inflationserwartungen wider. Im Juli waren die Renditen noch um fast 30 Basispunkte gestiegen, nachdem die USA und der Iran ihre gegenseitigen Angriffe wieder aufgenommen hatten und die Ölpreise in die Höhe getrieben worden waren. Händler hatten daraufhin weitere Zinserhöhungen der EZB in ihre Kalkulationen eingepreist.
Mit den nun gesunkenen Ölpreisen und den Signalen einer möglichen diplomatischen Annäherung reduzierten die Händler ihre Wetten auf zusätzliche Zinserhöhungen. Für deutsche Privatanleger, die in Bundesanleihen oder andere Eurozone-Staatsanleihen investiert sind, bedeutet der Renditerückgang steigende Anleihekurse – ein kurzfristiger Kursgewinn für bestehende Positionen.


