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Eurozone-Wirtschaft überrascht im Juli mit Fünfmonatshoch

Der Composite-PMI der Eurozone kletterte im Juli auf 51,9 Punkte – weit über den Erwartungen der Ökonomen.

Eurozone-Wirtschaft überrascht im Juli mit Fünfmonatshoch

Die Wirtschaftstätigkeit im Privatsektor der Eurozone hat sich im Juli deutlich stärker als erwartet erholt. Der von S&P Global erhobene Composite-Einkaufsmanagerindex (PMI) stieg auf 51,9 Punkte und markierte damit ein Fünfmonatshoch. Es ist zugleich das erste Mal seit März, dass der Index wieder über der wichtigen Wachstumsschwelle von 50 Punkten liegt.

Der Wert übertraf die Prognosen fast aller befragten Ökonomen in einer Bloomberg-Umfrage deutlich. Der Median der Schätzungen hatte lediglich einen leichten Anstieg auf 50,2 Punkte vorhergesagt – der tatsächliche Wert lag damit um 1,7 Punkte über der Konsenserwartung. Eine solch deutliche Überraschung nach oben ist im Bereich der Einkaufsmanagerindizes vergleichsweise selten.

Was der PMI-Wert bedeutet

Der Composite-Einkaufsmanagerindex gilt als einer der zuverlässigsten Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region. Er fasst die monatlichen Umfragen unter Einkaufsmanagern aus dem Industrie- und dem Dienstleistungssektor zusammen. Ein Wert über 50 signalisiert Wachstum, ein Wert darunter Kontraktion. Für Anleger und Notenbanker ist der Index ein wichtiges Barometer für die konjunkturelle Lage.

Besonders bemerkenswert ist, dass die Eurozone mit diesem Ergebnis auf das Niveau vor dem Iran-Krieg zurückgekehrt ist. Der Konflikt hatte die Stimmung in der Wirtschaft zuvor merklich belastet und den Index unter die Wachstumsschwelle gedrückt. Die jüngste Erholung deutet darauf hin, dass sich der Privatsektor trotz des geopolitischen Umfelds als widerstandsfähig erwiesen hat.

Neue Risiken durch Eskalation des Konflikts

Allerdings trüben sich die Aussichten bereits wieder ein. Die jüngste Eskalation des Iran-Konflikts droht laut den Erhebungsdaten die Stimmung erneut zu belasten. Ob die positive Dynamik des Juli also nachhaltig ist, bleibt abzuwarten. Für Investoren bedeutet dies, dass die Erholung zwar real, aber fragil ist.

Für deutsche Privatanleger ist der Eurozone-PMI von besonderer Bedeutung, da Deutschland als größte Volkswirtschaft der Währungsunion maßgeblich zur Gesamtentwicklung beiträgt. Eine Erholung der Wirtschaftsaktivität in der Eurozone kann positive Signale für europäische Aktien, den Euro sowie die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) senden. Gleichzeitig mahnen die geopolitischen Risiken zur Vorsicht.

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