Ex-Trump-Berater Cohn zweifelt an US-Wachstumsprognose von 4-5 Prozent
Gary Cohn widerspricht der offiziellen Regierungsprognose, bleibt aber optimistisch für den US-Arbeitsmarkt und KI-getriebene Produktivität.

Gary Cohn, ehemaliger Chef-Wirtschaftsberater von Präsident Donald Trump, stellt sich gegen die offiziellen Wachstumsprognosen der US-Regierung. Die Regierung erwartet, dass die amerikanische Wirtschaft in diesem Jahr um 4 bis 5 Prozent wachsen wird – eine Einschätzung, die Cohn ausdrücklich nicht teilt. Damit widerspricht ein ehemaliger Insider aus dem engsten Beraterkreis Trumps öffentlich den wirtschaftspolitischen Erwartungen seiner früheren Arbeitgeber.
Trotz seiner Skepsis gegenüber den ambitionierten Wachstumszahlen äußerte sich Cohn grundsätzlich optimistisch über die Entwicklung der US-Wirtschaft. Er sieht punktuelle Nachfragetreiber als wichtige Stütze – etwa den Bedarf an Fachkräften wie Zementlegern für den Bau von Rechenzentren. Diese Infrastrukturprojekte im Bereich der digitalen Wirtschaft könnten demnach neue Arbeitsplätze schaffen und lokale Wirtschaftsimpulse setzen.
KI als Produktivitätsmotor
Ein weiterer zentraler Faktor in Cohns Analyse ist die künstliche Intelligenz. Er sieht in KI-gestützten Produktivitätssteigerungen ein reales Potenzial für die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Die Technologie könnte Unternehmen effizienter machen und dadurch Wachstum generieren – auch wenn die von der Regierung prognostizierten Gesamtwachstumsraten aus seiner Sicht unrealistisch hoch angesetzt sind.
Bemerkenswert ist auch Cohns Haltung zum H-1B-Visumprogramm. Dieses Programm ermöglicht es hochqualifizierten Fachkräften aus dem Ausland, in den USA zu arbeiten – ein Instrument, das die Trump-Regierung einzuschränken versucht hat. Cohn hingegen verteidigte das Programm ausdrücklich als positiven Faktor für das Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten.
H-1B-Visa: Streitpunkt zwischen Wirtschaft und Politik
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Zur AktienanalyseDas H-1B-Visumprogramm ist seit Jahren ein politisch umstrittenes Thema in den USA. Befürworter argumentieren, dass ausländische Fachkräfte Innovationen antreiben und Lücken auf dem Arbeitsmarkt schließen. Kritiker hingegen sehen darin eine Bedrohung für amerikanische Arbeitnehmer. Cohns Verteidigung des Programms steht damit im direkten Widerspruch zur restriktiveren Haltung der aktuellen Trump-Administration.
Für deutsche Anleger und Beobachter sind Cohns Einschätzungen von Bedeutung, da die Wachstumsdynamik der US-Wirtschaft globale Auswirkungen hat. Schwächeres Wachstum in den USA als erwartet könnte Druck auf internationale Märkte ausüben und die Erwartungen an US-Unternehmensgewinne dämpfen. Gleichzeitig signalisiert Cohns Optimismus rund um KI und Infrastruktur, dass strukturelle Wachstumstreiber weiterhin intakt sein könnten – auch wenn die offiziellen Prognosen überzogen erscheinen.


