Exxon Mobil sieht Chancen in Venezuela dank Schweröl-Technologie aus Kanada
US-Ölkonzern will mit Know-how aus kanadischen Teersand-Projekten venezolanisches Schweröl wirtschaftlich fördern.

Exxon Mobil CEO Darren Woods hat sich optimistisch über eine mögliche Rückkehr des US-Ölriesen nach Venezuela geäußert. In einer Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen erklärte Woods am Freitag, dass das Unternehmen über die notwendige Technologie verfüge, um die teuren Schweröl-Vorkommen des südamerikanischen Landes wirtschaftlich zu fördern. Exxon hatte Venezuela vor fast 20 Jahren nach der Verstaatlichung seiner dortigen Vermögenswerte verlassen.
Die Expertise stammt aus den kanadischen Ölsand-Projekten des Konzerns. "Durch die Arbeit, die wir in Kanada geleistet haben, und den Fokus der Technologieabteilung auf die Entwicklung von Schwerölressourcen, glauben wir, einen vorteilhaften Ansatz zu bieten", so Woods. Dieser könne zu kostengünstigerer Produktion, höheren Förderraten und damit wirtschaftlicheren Barrel auf dem Markt führen.
Kehrtwende nach Kritik an Venezuela
Woods' Aussagen markieren eine bemerkenswerte Wende. Erst Anfang Januar hatte er Venezuela bei einem Treffen im Weißen Haus als "nicht investierbar" bezeichnet - eine Äußerung, die ihm eine Rüge von US-Präsident Donald Trump einbrachte. Nun zeigt sich der Exxon-Chef überzeugt, dass die US-Regierung entschlossen sei, die notwendigen Änderungen vorzunehmen, um Investitionen anzuziehen und zu sichern.
"Wenn Sie sich ansehen, worauf sie sich derzeit konzentrieren, dann ist es die Stabilisierung des Landes, die Ankurbelung der Wirtschaft und schließlich der Übergang zu einer repräsentativeren, demokratisch gewählten Regierung", erklärte Woods. Das seien die richtigen Ziele, an denen die Regierung zum Wohle Venezuelas arbeite. Exxon sei weiterhin bereit, ein technisches Team in das Land zu entsenden.
Strategische Bedeutung für die Region
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Zur AktienanalysePotenzielle Veränderungen in Venezuela könnten auch das Betriebsumfeld in der Nähe von Guyana verbessern, wo Exxon bereits aktiv ist. Woods verwies darauf, dass Teile des lukrativen Stabroek-Ölfeldes aufgrund eines Grenzstreits zwischen Venezuela und Guyana weiterhin unter höherer Gewalt stehen. Eine Stabilisierung Venezuelas könnte diese Situation entspannen.
Venezuela verfügt über die weltweit größten nachgewiesenen Ölreserven, allerdings hauptsächlich in Form von Schweröl, das technologisch anspruchsvoll und teuer in der Förderung ist. Die jahrelange Misswirtschaft und internationale Sanktionen haben die venezolanische Ölindustrie stark geschwächt. Eine Rückkehr westlicher Ölkonzerne mit moderner Technologie könnte die Produktion deutlich steigern.


