Exxon prognostiziert steigende Nachfrage nach Erdgas
Ölverbrauch stagniert ab 2030, Klimaziele bleiben in weiter Ferne

Die weltweite Nachfrage nach Erdgas wird nach Einschätzung von Exxon Mobil bis 2050 um mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen. Der US-Ölkonzern erwartet, dass Erdgas zunehmend Kohle in der Energieversorgung ersetzt und insbesondere in Entwicklungsländern den wachsenden Strombedarf deckt. Diese Prognose ist Teil des jährlichen Energieausblicks des Unternehmens und dient zugleich als Grundlage für die langfristige Investitionsstrategie. Exxon strebt an, seine Produktion in den kommenden fünf Jahren um 18 Prozent auszuweiten und verfolgt damit ehrgeizigere Wachstumsziele als viele andere Ölkonzerne.
Während Erdgas eine wachsende Rolle spielen soll, geht Exxon davon aus, dass die weltweite Ölnachfrage ab 2030 ein Plateau erreicht. Sie wird demnach zwar nicht mehr weiter zulegen, aber bis 2050 oberhalb von 100 Millionen Barrel pro Tag verharren. Der Konzern prognostiziert, dass Öl und Gas zusammen in 25 Jahren noch immer 55 Prozent des globalen Energiemixes stellen werden, ein Prozentpunkt weniger als 2024.
Besonders die Industrie wird den Anstieg beim Gasverbrauch vorantreiben. Nach Angaben von Chris Birdsall, Direktor für Wirtschafts- und Energieplanung bei Exxon, ersetzt Erdgas zunehmend Kohle, da es eine zuverlässige Stromversorgung für industrielle Prozesse gewährleiste und gleichzeitig die Emissionsprobleme der Kohleverfeuerung verringere.
Im Bereich Öl zeichnet sich eine unterschiedliche Entwicklung ab: Der Bedarf an Benzin soll langfristig um 25 Prozent zurückgehen, da Elektrofahrzeuge sich stärker durchsetzen. Dagegen wird die Nachfrage nach Destillaten wie Diesel stabil bleiben, da sie vor allem für den Gütertransport und die Luftfahrt benötigt werden. Raffinerien werden sich nach Einschätzung des Unternehmens auf diese veränderte Nachfragestruktur einstellen müssen.
Trotz der erwarteten Verschiebungen im Energiemarkt bleibt die Erreichung der Klimaziele nach den Vereinten Nationen aus Sicht von Exxon eine große Herausforderung. Der Konzern rechnet damit, dass die globalen CO₂-Emissionen bis 2050 auf 27 Milliarden Tonnen sinken, was einem Rückgang von etwa 25 Prozent gegenüber heute entspricht. Damit würden die Emissionen jedoch noch immer mehr als doppelt so hoch liegen wie von den Vereinten Nationen gefordert.
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Zur AktienanalyseEntscheidend für weitere Fortschritte seien technologische Lösungen, die erschwinglich und breit verfügbar gemacht werden, betonte Exxon. Zugleich sei eine Politik notwendig, die Energiepreisspitzen und Versorgungsengpässe vermeide. Der Konzern sieht darin eine wesentliche Voraussetzung, um den Übergang zu einer klimafreundlicheren Energieversorgung ohne größere ökonomische Verwerfungen zu bewältigen.


