EY scheitert mit millionenschwerer Beratungssparte-Aufspaltung
Verzögerte Schuldenrückzahlung und hohe Planungskosten belasten die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY konnte die Schulden, die für die geplante Abspaltung der Beratungssparte aufgenommen wurden, nicht fristgerecht zurückzahlen. Bis zum Ende des Geschäftsjahres im Juni 2024 blieben laut einem Bericht der Financial Times noch 270 Millionen US-Dollar ausstehend. Der ursprüngliche Kreditrahmen für das Vorhaben, intern als „Projekt Everest“ bezeichnet, betrug insgesamt 700 Millionen US-Dollar. Zusätzlich entstanden Zinszahlungen in Höhe von 74 Millionen US-Dollar, die doppelt so hoch waren wie im vorherigen Jahr.
Laut einem Vermerk im Jahresabschluss, der im Handelsregister des Vereinigten Königreichs hinterlegt wurde, wurde die dreijährige Kreditfazilität erst nach dem Ende des Geschäftsjahres vollständig beglichen. Eine informierte Quelle teilte mit, dass die letzte Zahlung im Oktober 2024 erfolgt sei. Das Scheitern des Projekts führte zu erheblichen finanziellen Belastungen für das Unternehmen. Vor dem Abbruch im April 2023 hatte EY bereits rund 600 Millionen US-Dollar in die Planung investiert.
Das Ziel von „Projekt Everest“ war, Interessenskonflikte zwischen der Prüfungs- und Beratungssparte zu vermeiden, um das Wachstum beider Bereiche zu fördern. Mit der geplanten Abspaltung hätte das Unternehmen einen signifikanten Wandel in der Branche einleiten können. Der Plan scheiterte jedoch, nachdem die US-amerikanische Führung von EY ihn ablehnte. Dieses Ergebnis bedeutete nicht nur das Ende des Vorhabens, sondern brachte auch erhebliche Kosten mit sich.
EY unterscheidet sich von typischen multinationalen Unternehmen durch seine Struktur als Netzwerk nationaler Partnerschaften. Diese sind über eine globale Betriebsgesellschaft verbunden, die im Vereinigten Königreich ansässig ist. Diese Gesellschaft legt die strategische Ausrichtung fest und verwaltet gemeinsame Dienste. Sie wird nicht auf Gewinnbasis geführt, sondern durch Beiträge der nationalen Mitgliedsfirmen finanziert.
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Zur AktienanalyseIm Jahresabschluss 2024 zeigen sich die finanziellen Auswirkungen des gescheiterten Projekts auch in anderen Bereichen. Die Ausgaben für Honorare, etwa für Rechtsanwälte, reduzierten sich deutlich. Während diese im Jahr 2023 noch 1,4 Milliarden US-Dollar betrugen, sanken sie 2024 auf 972 Millionen US-Dollar. Die gescheiterte Abspaltung hat EY damit nicht nur hohe Planungskosten verursacht, sondern auch die Schuldenlast und die finanziellen Verpflichtungen des Unternehmens erheblich beeinflusst.


