EZB-Ratsmitglied Makhlouf bekräftigt Festhalten am 2%-Inflationsziel
EZB-Ratsmitglied Gabriel Makhlouf betont das Inflationsziel von 2% – lässt aber Frage nach Zinserhöhung im nächsten Monat offen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält unverändert an ihrem Inflationsziel von 2% fest. Das bekräftigte EZB-Ratsmitglied Gabriel Makhlouf am Mittwoch in einem Gespräch mit Journalisten in Dublin. Er machte jedoch keine konkreten Aussagen dazu, ob dieses Ziel eine Zinserhöhung bei der nächsten Sitzung der Bank erforderlich machen würde.
Makhlouf erklärte, die EZB werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um das Inflationsziel zu erreichen. Die Märkte haben diese Zusage bereits in ihre Erwartungen eingepreist. Mit Blick auf die in zwei Wochen anstehende geldpolitische Sitzung rechnen Investoren und Ökonomen mehrheitlich mit einer Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt.
Ratsmitglieder uneins über weiteres Vorgehen
Innerhalb des EZB-Rats gibt es unterschiedliche Signale. Mehrere Kollegen von Makhlouf haben sich bereits offen für eine Zinserhöhung ausgesprochen. Andere hingegen betonen den datenabhängigen Ansatz der Bank, geldpolitische Entscheidungen von Sitzung zu Sitzung zu treffen.
Der Chef der irischen Zentralbank schloss sich der letztgenannten Haltung an. Er unterstrich, dass die EZB ihre Entscheidung auf Grundlage aller verfügbaren Daten treffen werde. Damit ließ er bewusst offen, in welche Richtung die nächste Entscheidung ausfallen könnte.
Zweitrundeneffekte im Blick
Ein weiteres Thema des Gesprächs waren sogenannte Zweitrundeneffekte – also die Gefahr, dass steigende Preise zu höheren Lohnforderungen führen, die wiederum die Inflation weiter anheizen. Makhlouf erklärte, er habe solche Effekte bisher nicht beobachtet, räumte jedoch ein, dass sie grundsätzlich existieren könnten.
Besonderes Augenmerk legte Makhlouf auf indirekte Effekte, darunter die Auswirkungen auf Düngemittel- und Lebensmittelpreise, die über die direkten Treibstoffkosten hinausgehen. Diese indirekten Preistreiber gelten als schwerer steuerbar und könnten die Inflationsdynamik länger als erwartet aufrechterhalten.
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Zur AktienanalyseMit Blick auf die Energiemärkte merkte Makhlouf an, dass sich die Gaspreise wieder den Basiswerten angenähert haben. Die Ölpreise hingegen liegen weiterhin über den Werten der Negativszenarien, was die Unsicherheit für die Preisentwicklung erhöht.
Die EZB steht damit vor einer anspruchsvollen Abwägung: Einerseits gilt es, die Inflation entschlossen zu bekämpfen und die Glaubwürdigkeit des 2%-Ziels zu wahren. Andererseits beobachten viele Ökonomen die Auswirkungen der bisherigen Zinserhöhungen auf die Konjunktur im Euroraum mit wachsender Aufmerksamkeit. Die nächste geldpolitische Sitzung der EZB dürfte daher mit Spannung erwartet werden.


