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EZB-Umfrage: Eurozone-Verbraucher halten Inflationserwartungen stabil

Trotz gestiegener Inflation im April zeigen Verbraucher in der Eurozone laut EZB-Umfrage keine übermäßige Abweichung vom Zielwert.

EZB-Umfrage: Eurozone-Verbraucher halten Inflationserwartungen stabil

Die Verbraucher in der Eurozone haben ihre Inflationserwartungen im April stabil gehalten oder sogar gesenkt. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) hervor. Für die Währungshüter ist dies ein hoffnungsvolles Signal, dass die mittelfristigen Preisprognosen der privaten Haushalte nicht gefährlich vom EZB-Zielwert abweichen.

Hintergrund der Umfrage ist der Anstieg der Inflation im April auf 3,0% – deutlich über dem EZB-Ziel von 2,0%. Ausschlaggebend dafür waren höhere Ölpreise. Einige Mitglieder des EZB-Rats hatten sich besorgt gezeigt, dass sich die Erwartungen der Haushalte zu weit vom Zielwert entfernen könnten – ein Phänomen, das Ökonomen als „Entankerung" der Inflationserwartungen bezeichnen und das die Geldpolitik erheblich erschweren würde.

Erwartungen für drei Jahre gesunken

Die monatliche Verbraucherumfrage der EZB zeigt jedoch einen günstigeren Trend. Die Inflationserwartungen für das kommende Jahr blieben stabil bei 4,0%, während die Erwartungen für die kommenden drei Jahre von 3,0% auf 2,9% zurückgingen. Die Erwartungen für die nächsten fünf Jahre verharrten unverändert bei 2,4% – ein Wert, der sich noch in relativer Nähe zum EZB-Ziel befindet.

Die EZB wies in ihrer Mitteilung auf Unterschiede innerhalb der Bevölkerung hin: „Befragte in den unteren Einkommensquintilen berichteten im Durchschnitt weiterhin von etwas höheren Inflationswahrnehmungen und -erwartungen." Zudem stellte die Notenbank fest: „Jüngere Befragte gaben weiterhin niedrigere Inflationswahrnehmungen und -erwartungen an als ältere Befragte." Diese Unterschiede spiegeln wider, dass einkommensschwächere Haushalte Preissteigerungen – etwa bei Lebensmitteln und Energie – stärker zu spüren bekommen.

Zinsentscheidung im Juni bereits weitgehend eingepreist

Die Umfrage dürfte die Markterwartungen für die unmittelbar bevorstehende Zinsentscheidung kaum verändern. Die EZB-Ratsmitglieder haben bereits umfassend eine Anhebung des Einlagensatzes von 2,0% um 25 Basispunkte auf der Sitzung am 11. Juni signalisiert. Diese Erhöhung gilt am Markt als nahezu sicher.

Allerdings könnten die Umfragedaten die Wetten auf weitere Zinsschritte nach dem Juni dämpfen. Die stabilen bis leicht rückläufigen Erwartungen deuten darauf hin, dass keine Notwendigkeit für eine rasche und aggressive Straffung der Geldpolitik besteht – anders als im Jahr 2022, als die Preise außer Kontrolle gerieten und schließlich den zweistelligen Bereich erreichten.

Zusätzlich trübten sich die Wachstumsaussichten in der Umfrage ein. Die Verbraucher rechnen mit einem wirtschaftlichen Rückgang von 2,2% im kommenden Jahr. Gleichzeitig senkten sie ihre Erwartungen für das Einkommenswachstum von 1,2% auf 0,8%. Diese pessimistischere Einschätzung der wirtschaftlichen Lage könnte den Druck auf die EZB mindern, die Zinsen in schneller Folge weiter anzuheben.

Neue Inflationsdaten am Dienstag erwartet

Frische Zahlen zur Inflation in der Eurozone werden bereits am Dienstag veröffentlicht. Von Reuters befragte Ökonomen erwarten einen weiteren Anstieg der Rate auf 3,2%. In den kommenden Monaten könnte sich das Preiswachstum laut Einschätzungen weiter beschleunigen und seinen Höhepunkt näher bei 4,0% erreichen – was die EZB vor weitere geldpolitische Abwägungen stellen dürfte.

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