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Fachkräftelücke wächst bis 2028 auf über 750.000

Besonders betroffen: Verkauf, Pflege, Erziehung und Sozialarbeit – IT mit starkem Zuwachs

Fachkräftelücke wächst bis 2028 auf über 750.000

In Deutschland droht bis zum Jahr 2028 eine gravierende Verschärfung des Fachkräftemangels. Laut einer aktuellen Studie des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) könnten innerhalb der kommenden drei Jahre bis zu 768.000 Stellen nicht mit ausreichend qualifiziertem Personal besetzt werden. Im Vergleich zum Jahr 2024, in dem durchschnittlich rund 487.000 Fachkräfte fehlten, bedeutet dies einen erheblichen Anstieg. Besonders betroffen sind Berufe, die bereits heute mit Engpässen kämpfen – etwa im Verkauf, in der Kinderbetreuung, im Pflegebereich sowie in der Sozialarbeit.

Den größten Personalengpass prognostizieren die Studienautoren im Einzelhandel. Die Zahl der fehlenden Verkäufer könnte sich von 12.900 auf 40.470 mehr als verdreifachen. Als Grund wird genannt, dass sich zu wenig junge Menschen für eine Ausbildung in diesem Bereich entscheiden. Auf Platz zwei folgen Berufe in der Kindererziehung mit rund 30.800 unbesetzten Stellen. Auch in der Sozialarbeit und -pädagogik wird ein Mangel von über 21.150 Fachkräften erwartet. In der Gesundheits- und Krankenpflege könnten über 21.350 Stellen unbesetzt bleiben.

Verantwortlich für die zunehmende Lücke sei vor allem der demografische Wandel. Viele Beschäftigte der Babyboomer-Generation gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Dieser Abgang könne nicht ausreichend durch nachrückende Fachkräfte kompensiert werden, warnen die Autoren der Studie. Die Auswirkungen könnten weitreichend sein: Fehlende Kita- und Pflegeplätze behindern die Erwerbstätigkeit von Eltern und Angehörigen, was wiederum das wirtschaftliche Potenzial schmälert.

Ein gegenläufiger Trend zeigt sich bei der Beschäftigtenentwicklung in der IT-Branche und der Kindererziehung. In der IT wird ein Anstieg von rund 26 Prozent erwartet, getrieben durch die fortschreitende Digitalisierung. Insgesamt könnten in der Kinderbetreuung etwa 143.400 Stellen neu besetzt werden. Dennoch reicht dies laut IW nicht aus, um die steigende Nachfrage vollständig zu decken.

Besonders stark rückläufig ist die Entwicklung in Metallberufen. Bis 2028 könnte dort die Zahl der ausgebildeten Fachkräfte um knapp 161.200 sinken. Auch im Bankwesen droht ein erheblicher Rückgang: Durch Automatisierung und Filialschließungen soll die Zahl der Bankkaufleute um rund 56.300 sinken. Die Studienautoren fordern deshalb strukturelle Maßnahmen wie eine bessere Berufsorientierung, eine gezielte Förderung von Frauen und älteren Menschen sowie die Erleichterung qualifizierter Zuwanderung.

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