Fachkräftemangel im Gastgewerbe rückläufig
Weniger offene Stellen, aber weiterhin prekäre wirtschaftliche Lage in der Branche

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) hat sich die Fachkräftelücke im Gastgewerbe deutlich verkleinert. Im Juni 2024 fehlten in den Hotel- und Gaststättenberufen rund 8.800 Fachkräfte, was einem Rückgang von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Im Juni 2023 waren es noch über 16.000 offene Stellen. Besonders betroffen sind Berufe wie Köchinnen und Köche, für die mehr als 3.400 Stellen unbesetzt blieben. Auch im Gastronomieservice und der Systemgastronomie sind noch viele Stellen vakant. Trotz des Rückgangs der Fachkräftelücke bleibt die Personalsituation in der Branche weiterhin angespannt. Dies liegt vor allem an der schwierigen wirtschaftlichen Lage, die viele Betriebe dazu zwingt, ihre Expansionspläne auf Eis zu legen und weniger Stellen auszuschreiben.
Die Auswirkungen der Pandemie haben das Gastgewerbe schwer getroffen, viele Beschäftigte wechselten in andere Branchen. Die Zahl der Beschäftigten sank in den Jahren 2020 und 2021 um etwa 330.000 Personen. Zwar stieg die Zahl der Arbeitskräfte im Jahr 2022 wieder um 224.000, jedoch waren zwei Drittel davon Minijobber, was die prekäre Lage im Bereich der Fachkräfte nicht wesentlich entspannte. Hinzu kommen finanzielle Schwierigkeiten in der Branche. Eine Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) zeigt, dass Hotels, Restaurants und Cafés im ersten Halbjahr 2024 etwa elf Prozent weniger Umsatz erzielten als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn brach sogar um 22 Prozent ein.
Die steigenden Kosten für Personal und Lebensmittel sowie das Auslaufen der reduzierten Mehrwertsteuer auf Speisen führten zu höheren Preisen, die Kunden abschrecken. Trotz der Bemühungen vieler Betriebe, ihre wirtschaftliche Lage zu stabilisieren, befürchtet der DEHOGA, dass tausende Betriebe schließen könnten. Laut der Wirtschaftsauskunftei Creditreform ist die Zahl der Insolvenzen in der Branche im vergangenen Jahr um 27 Prozent gestiegen, was rund 14.000 Schließungen entspricht.
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Zur AktienanalyseUm den Personalmangel zu bekämpfen, setzen viele Betriebe zunehmend auf ungelernte Arbeitskräfte sowie den Einsatz von Robotern in der Küche. Zudem soll die Einbindung von ausländischen Fachkräften und Geflüchteten verstärkt werden. Es werden Anreize gefordert, damit Menschen aus dem Ausland vermehrt in Deutschland arbeiten können.


