Fanatics startet erste Kreditkarte in Partnerschaft mit American Express
Der Sportartikel-Riese Fanatics bringt eine eigene Kreditkarte im American-Express-Netzwerk auf den US-Markt.

Fanatics, einer der größten Sportartikel-Konzerne der Welt, plant die Einführung seiner ersten eigenen Kreditkarte noch in diesem Jahr. Die Karte wird im Netzwerk von American Express in den USA lanciert und ermöglicht es Karteninhabern, FanCash zu verdienen – die digitale Belohnungswährung des Unternehmens. Mit diesem Schritt baut Fanatics seine Kundenbindungsstrategie erheblich aus.
FanCash kann für Bekleidung, Tickets, Sammelkarten, Sammlerstücke und andere Erlebnisse eingelöst werden. Die neue Kreditkarte ist eine Erweiterung des Treueprogramms „Fanatics ONE", das im vergangenen Jahr gestartet wurde und mittlerweile mehr als 30 Millionen Nutzer zählt. Karteninhaber erhalten zusätzliche Vorteile sowie einen höheren Status innerhalb des Programms.
Milliardenschweres Belohnungsprogramm
Fanatics-Manager Kain erklärte, dass das Unternehmen auf Kurs sei, in diesem Jahr FanCash im Wert von mehr als 1 Milliarde US-Dollar auszugeben. Rund 97 Prozent davon sollen laut Unternehmenserwartung von den Fans tatsächlich eingelöst werden. FanCash lässt sich in den verschiedenen Geschäftsbereichen von Fanatics verdienen – darunter Sportartikel, Sammelkarten, Sammlerstücke und Sportwetten. Zuletzt hat Fanatics auch Prognosemärkte in sein Angebot aufgenommen.
CEO Michael Rubin gab gegenüber CNBC bekannt, dass Fanatics in diesem Jahr einen Umsatz von nahezu 14 Milliarden US-Dollar anstrebt. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 belief sich der Gesamtumsatz des Unternehmens auf rund 8 Milliarden US-Dollar – ein enormes Wachstum innerhalb kurzer Zeit. Besonders das Sammlerstücke-Geschäft entwickelt sich dynamisch: Angetrieben durch die Übernahme des Sammelkartenherstellers Topps im Jahr 2022 hat Fanatics zuletzt Verträge mit der NFL, der NBA und der FIFA abgeschlossen. Rubin zufolge steuert dieses Segment in diesem Jahr auf einen Umsatz von rund 5 Milliarden US-Dollar zu.
American Express setzt auf Sportfans
Für American Express ist die Partnerschaft strategisch gut begründet: Laut Elizabeth Rutledge, Chief Marketing Officer bei American Express, bezeichnen sich fast 80 Prozent der US-amerikanischen Amex-Karteninhaber als Sportfans. Das Ökosystem von Fanatics umfasst rund 100 Millionen Menschen – eine Überschneidung, die Rutledge als „Verbindung zwischen verschiedenen Fangemeinden" beschreibt.
American Express wird im Rahmen der Kooperation offizieller Zahlungspartner an ausgewählten Einzelhandels- und Online-Standorten von Fanatics weltweit sowie präsentierender Sponsor des Fan-Festivals „Fanatics Fest". Darüber hinaus wird die Fanatics-Kreditkarte als Transferpartner in das „Amex Membership Rewards"-Programm aufgenommen. US-Mitglieder können so ihre bestehenden Amex-Prämien in FanCash umwandeln.
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Zur AktienanalyseEin wichtiges Detail für Kenner der Branche: Obwohl die Fanatics-Karte im American-Express-Netzwerk läuft, wird sie nicht direkt von Amex ausgegeben. Stattdessen übernimmt die First Electronic Bank die Ausgabe, während das Fintech-Unternehmen Imprint die Verwaltung der Karte verantwortet. Dies unterscheidet die Karte von klassischen Co-Branding-Karten wie jenen von Delta oder Marriott, die direkt von American Express ausgegeben und verwaltet werden.
Fanatics, das bereits dreimal auf der renommierten „CNBC Disruptor 50"-Liste vertreten war, setzt mit der Kreditkarte und der Partnerschaft mit AT&T früher in diesem Jahr auf ein breites Netz an Markenkontaktpunkten. Kain fasste die Strategie treffend zusammen: All diese Bemühungen würden verändern, „was es bedeutet, in großem Stil ein Sportfan zu sein".


