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FDA lässt J&J-Psoriasis-Pille Icotyde zu – AbbVie-Aktie bricht ein

Johnson & Johnson erhält FDA-Zulassung für die erste orale Psoriasis-Therapie, die mit teuren Injektionspräparaten konkurriert.

FDA lässt J&J-Psoriasis-Pille Icotyde zu – AbbVie-Aktie bricht ein

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Psoriasis-Tablette Icotyde von Johnson & Johnson zugelassen. Das Medikament wird einmal täglich eingenommen und behandelt mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis – eine Autoimmunerkrankung, die schuppige Hautstellen verursacht. Damit steht Patienten erstmals eine orale Alternative zu den marktführenden Injektionspräparaten zur Verfügung.

J&J positioniert Icotyde als systemische Erstlinientherapie, die zwischen topischen Cremes und Spritzen angesiedelt ist. Das Unternehmen schätzt, dass rund 8 Millionen Amerikaner an Plaque-Psoriasis leiden. Entscheidend: 75 Prozent der Betroffenen vollziehen den Schritt von Salben zu Injektionen nicht – häufig wegen Spritzenangst.

Direkter Angriff auf Tremfya und Skyrizi

Icotyde zielt auf denselben IL-23-Rezeptor ab wie die Blockbuster-Biologika Tremfya (J&J) und Skyrizi (AbbVie). Diese Injektionspräparate kosten rund 100.000 US-Dollar pro Jahr. J&J hat den Preis für Icotyde noch nicht bekanntgegeben, kündigte jedoch finanzielle Unterstützung für Patienten an.

Die Marktnachricht traf AbbVie empfindlich: Die Aktie des Skyrizi-Herstellers fiel am Mittwoch um mehr als 4 Prozent. J&J-Papiere gaben dagegen nur leicht um ein Viertel Prozent nach. Protagonist Therapeutics, das Biotech-Unternehmen, das Icotyde gemeinsam mit J&J entwickelt hat, notierte nahezu unverändert.

Milliardenpotenzial durch weitere Zulassungen

J&J prognostiziert für Icotyde einen jährlichen Spitzenumsatz von mehr als 5 Milliarden US-Dollar – allerdings erst, wenn das Medikament für weitere Autoimmunerkrankungen zugelassen ist. Derzeit laufen klinische Studien für Psoriasis-Arthritis, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.

Für deutsche Anleger ist der Psoriasis-Markt ein wichtiger Beobachtungsbereich: AbbVie, dessen Skyrizi zuletzt stark wuchs, steht nun unter Druck. Die Zulassung von Icotyde könnte den Wettbewerb im Bereich der Autoimmuntherapien grundlegend verschieben – vor allem, wenn die orale Einnahme die Therapietreue der Patienten erhöht.

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