Fed-Banker Goolsbee sieht Verbesserung bei US-Inflationsdaten
Chicago-Fed-Chef Austan Goolsbee zeigt sich optimistisch: Neue Inflationsdaten fallen besser aus als erwartet.

Austan Goolsbee, Präsident der Federal Reserve Bank von Chicago, hat am Donnerstag positive Signale zur Inflationsentwicklung in den USA gesendet. In einem Interview mit dem Fox News Channel erklärte er, dass die jüngsten Inflationsdaten eine gewisse Verbesserung gezeigt hätten. Er bleibe hoffnungsvoll, dass die Inflation weiter sinken könne.
Goolsbee knüpfte seinen Optimismus jedoch an eine wichtige Bedingung: Die Auswirkungen von Zöllen und höheren Ölpreisen infolge des Iran-Krieges müssten nachlassen. „Wenn wir einige dieser Dinge hinter uns lassen können, denke ich, dass wir auf den von mir so genannten ‚goldenen Pfad' zurückkehren, bei dem sich die Inflation wieder in Richtung 2% bewegt", sagte Goolsbee im „Special Report with Bret Baier". Gleichzeitig machte er klar: „Das Gesamtniveau im Bereich von 3% ist zu hoch; das ist nicht gut."
Inflation noch deutlich über dem Fed-Ziel
Die US-Notenbank Federal Reserve strebt eine Inflationsrate von 2% an, gemessen an der 12-Monats-Veränderung des Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE). Im Juni lag die PCE-Inflation bei 3,7% – nach einem jüngsten Höchststand von 4,1% im Mai. Damit ist die Inflation zwar rückläufig, liegt aber noch deutlich über dem Zielwert der Fed.
Die Fed hatte ihren kurzfristigen Leitzins im vergangenen Monat unverändert in der Spanne von 3,50% bis 3,75% belassen. Bemerkenswert: Mindestens fünf der 19 Entscheidungsträger der Zentralbank sprachen sich damals für eine Zinserhöhung aus – basierend auf den Abstimmungen und seither getätigten öffentlichen Äußerungen. Dies verdeutlicht, wie gespalten die Fed-Führung in der aktuellen Lage ist.
Markterwartungen drehen sich rasch
Noch in der vergangenen Woche hatten Händler eine Zinserhöhung der Fed bereits für September eingepreist. Doch neue Wirtschaftsdaten haben die Lage grundlegend verändert. Berichte aus dieser Woche zeigten, dass sowohl die Verbraucher- als auch die Erzeugerpreisinflation im Juli milder als erwartet ausgefallen sind.
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Zur AktienanalyseIn Verbindung mit einem schwachen Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag haben diese Veröffentlichungen die Erwartungen an einen kurzfristigen Zinsschritt der Fed weitgehend zunichtegemacht. Für deutsche Anleger ist dies relevant, da die Geldpolitik der US-Notenbank erheblichen Einfluss auf globale Kapitalmärkte, Wechselkurse und damit auch auf europäische Investments hat.
Die Entwicklung zeigt, wie schnell sich das Bild an den Finanzmärkten ändern kann. Während die Inflation in den USA noch über dem Zielwert liegt, deuten die jüngsten Daten zumindest auf eine Entspannung hin – was Goolsbee als „gute Nachricht" wertet. Ob der „goldene Pfad" zurück zur 2%-Marke tatsächlich erreicht wird, hängt maßgeblich von externen Faktoren wie Zöllen und Energiepreisen ab.

