ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Fed-Gouverneur Waller droht mit baldigen Zinserhöhungen bei anhaltender Inflation

Fed-Gouverneur Waller warnt: Bleibt die Kerninflation hoch, muss die US-Notenbank die Geldpolitik kurzfristig straffen.

Fed-Gouverneur Waller droht mit baldigen Zinserhöhungen bei anhaltender Inflation

US-Notenbank-Gouverneur Christopher Waller hat unmissverständlich signalisiert, dass die Federal Reserve bei anhaltend hoher Inflation bereit ist, die Zinsen erneut anzuheben. Auslöser seiner Warnung ist der Anstieg der Kerninflation – also der Inflation ohne die schwankungsanfälligen Preise für Lebensmittel und Energie – von 3,0 Prozent im Dezember auf 3,4 Prozent im Mai.

Besonders bemerkenswert: Waller betonte ausdrücklich, dass dieser Anstieg bereits vor dem durch den Iran-Krieg ausgelösten Sprung der Energiepreise im März dieses Jahres stattgefunden habe. Das bedeutet, dass die Kerninflation nicht allein auf externe Schocks zurückzuführen ist, sondern auf tiefer liegende Preisdynamiken hindeutet.

Warnung vor Wiederholung des Fehlers von 2021

Waller erklärte, er sei „entschlossen, eine Wiederholung" des Fehlers der Fed aus dem Jahr 2021 zu vermeiden. Damals hatte die US-Notenbank zu spät auf die steigenden Preise reagiert – eine Entscheidung, die später als schwerwiegender geldpolitischer Fehler eingestuft wurde und zu den aggressivsten Zinserhöhungszyklen der jüngeren Geschichte führte. In den Jahren 2022 und 2023 hob die Fed die Leitzinsen in rascher Folge deutlich an, um die Inflation wieder unter Kontrolle zu bringen.

„Sollten wir diese Woche einen weiteren hohen Wert bei der Kerninflation sehen, wird die [Fed] eine kurzfristige Straffung der Geldpolitik in Erwägung ziehen müssen", sagte Waller. Diese Aussage ist als klare Vorabwarnung an die Märkte zu verstehen: Die Notenbank ist nicht bereit, erneut hinter der Kurve zurückzubleiben.

Arbeitsmarkt weniger überhitzt als 2022

Gleichzeitig räumte Waller ein, dass die aktuelle wirtschaftliche Ausgangslage nicht identisch mit der Situation von 2022 ist. Der heutige Arbeitsmarkt sei weit weniger überhitzt als zu dem Zeitpunkt, als die Fed die Zinsen zuletzt angehoben hatte. Dies könnte bedeuten, dass eventuelle Zinserhöhungen moderater ausfallen würden als im letzten Straffungszyklus.

Waller sprach zudem von einem „glaubwürdigen Szenario", wonach die Inflation auch ohne eine straffere Geldpolitik ihren Rückgang fortsetzen könnte. Doch er ließ keinen Zweifel daran, dass dieses Szenario allein kein ausreichender Grund für die Fed sei, abzuwarten.

Vertrauen der Märkte reicht nicht als Argument

Besonders aufschlussreich ist Wallers Argumentation gegenüber jenen, die auf das anhaltende Vertrauen von Unternehmen und Investoren in einen Inflationsrückgang verweisen. Dieses Vertrauen sei kein hinreichender Grund für die Fed, die Hände in den Schoß zu legen. Denn bis zu dem Zeitpunkt, an dem dieses Vertrauen schwindet, müsste die Notenbank die Zinsen deutlich aggressiver anheben, um den Rückstand aufzuholen – mit potenziell weit größeren Schäden für die Wirtschaft.

Mit einem markanten Bild brachte Waller seine Haltung auf den Punkt: „Die Inflation einfach nur streng anzustarren, bis sie unter unserem vernichtenden Blick dahinschmilzt, ist keine Option." Für deutsche Anleger und Exporteure ist die Entwicklung der US-Geldpolitik von erheblicher Bedeutung, da steigende US-Zinsen den Dollar stärken, die globalen Kapitalflüsse beeinflussen und den Druck auf andere Notenbanken – darunter die EZB – erhöhen können.

Fed ZinserhöhungKerninflation UsaFederal Reserve GeldpolitikWaller FedUs-Notenbank ZinsenInflation Usa 2024Zinsstraffung Fed

Disclaimer