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Fed-Gouverneurin Bowman warnt vor Inflation durch Iran-Konflikt

Anhaltende Störungen könnten laut Bowman eine straffere US-Geldpolitik in der zweiten Jahreshälfte notwendig machen.

Fed-Gouverneurin Bowman warnt vor Inflation durch Iran-Konflikt

Michelle Bowman, die für Bankenaufsicht zuständige Vizevorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve, hat vor den wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Konflikts gewarnt. In einer Rede auf einer Konferenz in Island erklärte sie am Freitag, dass die Auswirkungen des Iran-Konflikts zu einem anhaltenden Inflationsanstieg führen könnten – mit möglichen Konsequenzen für die amerikanische Geldpolitik.

Bowman betonte zunächst, es sei noch zu früh, um das Ausmaß und die Dauer der wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts verlässlich einzuschätzen. Grundsätzlich zeigte sie sich optimistisch: Sie geht davon aus, dass Lieferunterbrechungen nach Ende des Krieges aufhören würden und es lediglich zu vorübergehenden Inflationseffekten sowie minimalen Beeinträchtigungen der allgemeinen Wirtschaftstätigkeit kommen werde.

Warnung vor langwierigem Konflikt

Gleichzeitig zeichnete Bowman ein deutlich düstereres Szenario für den Fall, dass der Konflikt länger andauert. Sollten die Störungen bis in die zweite Jahreshälfte anhalten, könnten weitreichendere Auswirkungen auf die Inflation entstehen. Dies würde den geldpolitischen Ausblick der Fed grundlegend verändern.

Besonders aufmerksam verfolgt die Fed dabei die Entwicklung der Energiepreise. Bowman warnte ausdrücklich: Sollte sich der Energieschock, der die Inflation antreibt, zu einem breiteren Preisdruck ausweiten, würde sie eine Neubewertung der Risikobilanz in Betracht ziehen. Im Klartext bedeutet das: Weitere Zinserhöhungen wären dann nicht ausgeschlossen.

Bedeutung für die Geldpolitik

Für deutsche und europäische Anleger ist die Haltung der Fed von erheblicher Bedeutung. Die US-Notenbank hat in den vergangenen Jahren mit aggressiven Zinserhöhungen auf die hohe Inflation reagiert und zuletzt auf eine mögliche Lockerung der Geldpolitik hingedeutet. Bowmans Aussagen signalisieren nun, dass geopolitische Risiken diesen Kurs jederzeit wieder umkehren könnten.

Der Nahost-Konflikt und insbesondere die Rolle des Irans haben in den vergangenen Monaten die globalen Energiemärkte belastet. Störungen bei der Ölversorgung oder im Seehandel durch die Region können sich direkt auf die Verbraucherpreise in den USA und weltweit auswirken – ein Szenario, das Zentralbanken weltweit genau beobachten.

Bowmans Einschätzung verdeutlicht, wie eng geopolitische Entwicklungen und Geldpolitik miteinander verknüpft sind. Anleger sollten die weitere Entwicklung des Konflikts sowie die kommenden Inflationsdaten aus den USA aufmerksam verfolgen, da diese maßgeblich die nächsten Schritte der Federal Reserve bestimmen dürften.

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