Fed-Gouverneurin Cook: Entlassungsversuch Trumps kostet über 1,3 Millionen Dollar
Nach Trumps Entlassungsversuch entstanden Lisa Cook Rechts- und Sicherheitskosten von mehr als 1,3 Millionen Dollar, die externe Organisationen übernahmen.

Lisa Cook, Gouverneurin der US-Notenbank Federal Reserve, hat infolge des Entlassungsversuchs von Präsident Donald Trump Kosten von mehr als 1,3 Millionen US-Dollar angehäuft. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Ethik-Erklärung hervor. Die Ausgaben umfassen Rechts- und Sicherheitsdienstleistungen, die externe Organisationen für Cook übernahmen.
Trump hatte im August versucht, Cook aus dem Fed-Vorstand zu entfernen. Als Begründung führte er Vorwürfe des Hypothekenbetrugs an, die auf Aussagen von Bill Pulte, dem Direktor der Federal Housing Finance Agency, basierten. Cook bestreitet jegliches Fehlverhalten und hat rechtliche Schritte eingeleitet, um ihre Entlassung zu verhindern. Bis zum Ausgang des Rechtsstreits verbleibt sie in ihrem Amt im Gouverneursrat.
Millionenkosten für Rechtsschutz und Sicherheit
Die Ethik-Unterlagen zeigen, dass fast 1,2 Millionen Dollar als „Zahlung für Rechtsdienstleistungen" verbucht wurden. Diese Zahlungen stammen vom State Democracy Defenders Fund und von Contina Impact – zwei gemeinnützigen Organisationen. Darüber hinaus stellte Contina Impact rund 144.000 Dollar für Sicherheitsdienste bereit. In den Unterlagen werden zudem weitere kleinere Pro-bono-Beiträge zu Cooks Rechts- und Sicherheitskosten erwähnt.
Ein Hintergrund für den erhöhten Sicherheitsbedarf: Cooks Privatadresse wurde im Zuge der Anschuldigungen der Regierung gegen sie öffentlich gemacht. Dies machte persönlichen Schutz notwendig. Die Federal Reserve und ein Anwalt von Cook lehnten eine Stellungnahme jeweils ab.
Gemeinnützige Organisationen finanzieren die Verteidigung
Cooks Anwalt, Norm Eisen, ist Mitbegründer des Democracy Defenders Fund, der einen Großteil der Rechtskosten übernahm. Die Organisation reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme. Auf der Website von Contina Impact wird die Tätigkeit als „Fiscal Sponsorship" beschrieben – ein Modell, das es Einheiten ohne gemeinnützigen Status ermöglicht, steuerlich absetzbare Spenden entgegenzunehmen.
Die Bundesethikvorschriften der USA erlauben es Regierungsbeamten ausdrücklich, Ausgaben erstattet zu bekommen, die im Rahmen ihrer Amtstätigkeit anfallen. Cooks Vorgehen ist damit rechtlich gedeckt. Die Ethik-Unterlagen zeigen zudem, dass Cook weiterhin Eigentümerin der Immobilien ist, die Gegenstand von Trumps Anschuldigungen waren – beide wurden jeweils mit weniger als 1 Million Dollar bewertet.
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Zur AktienanalyseSupreme Court entscheidet über Trumps Befugnisse
Der Fall hat weitreichende verfassungsrechtliche Bedeutung: Der Supreme Court der USA soll in Kürze darüber entscheiden, ob Trump die rechtliche Befugnis besitzt, Cook aus den von ihm genannten Gründen zu entlassen. Das Urteil könnte die Unabhängigkeit der Federal Reserve grundlegend berühren – ein Thema, das Finanzmärkte weltweit aufmerksam verfolgen.
Die Unabhängigkeit der US-Notenbank gilt als zentrales Fundament der globalen Finanzstabilität. Eingriffe der Exekutive in die Personalpolitik der Fed werden von Ökonomen und Investoren traditionell kritisch beäugt. Bill Pulte, dessen Vorwürfe den Ausgangspunkt des Konflikts bildeten, soll derweil kommissarischer Direktor des Office of National Intelligence werden.


