Fed-Liquiditätsfazilitäten: Ruhiger Quartalswechsel am Geldmarkt erwartet
Reichlich vorhandene Zentralbankliquidität dämpft typische Quartalsend-Volatilität – Marktteilnehmer rechnen mit keinem nennenswerten Marktdruck.

Die US-Notenbank Federal Reserve hat durch gezielte Liquiditätsmaßnahmen die Voraussetzungen für einen ruhigen Quartalswechsel geschaffen. Marktteilnehmer erwarten zum Ende des zweiten Quartals keinen nennenswerten Anstieg des Marktdrucks, der auf Zinsvolatilität oder eine verstärkte Inanspruchnahme der Zentralbankfazilitäten hindeuten würde. Die reichlich vorhandene Liquidität im System wirkt als Puffer gegen die typischen Turbulenzen, die an solchen Stichtagen auftreten können.
„Ich erwarte den üblichen Druck zum Quartalsende, aber nichts Besorgniserregendes", sagte Lou Crandall, Chefökonom des Analysehauses Wrightson ICAP. Am Montag gab es keine Inanspruchnahme der ständigen Repo-Geschäfte der Fed, und die Zuflüsse in Reverse-Repos waren marginal – ein Zeichen dafür, dass der Handel ruhig verlaufen dürfte.
Warum Quartalsenden den Geldmarkt belasten können
Das Monatsende bringt oft kurzzeitige Turbulenzen am Geldmarkt mit sich, wenn sich einige Marktteilnehmer zurückziehen. Dies kann die Zinsen nach oben treiben und verschiedene Marktakteure dazu veranlassen, entweder Barmittel in der Reverse-Repo-Fazilität der Fed zu parken oder sich über Repo-Geschäfte Liquidität bei der Zentralbank zu leihen. Dieser Druck ist zum Quartalsende besonders stark ausgeprägt, wenn Unternehmen ihre Bilanzen aktiv steuern.
Dieses Mal stellt die Fed – wie bereits zum Jahresende und Ende März – dem Markt im Rahmen technischer Maßnahmen gezielt Liquidität zur Verfügung. Damit soll sichergestellt werden, dass die Notenbank die feste Kontrolle über ihre Zielspanne für die Leitzinsen behält und normale Marktvolatilität ermöglicht. Sofern Unruhe auftritt, legt sich diese in der Regel schnell wieder.
Ende letzten Jahres begann die Fed mit dem Kauf von Schatzanweisungen im Wert von 40 Milliarden US-Dollar pro Monat, um ausreichend Liquidität für den Steuertermin Mitte April sicherzustellen. Angesichts der laufenden Debatte über die Zukunft dieser technischen Käufe und der Zentralbankbilanz insgesamt wurde dieses monatliche Tempo auf 10 Milliarden US-Dollar gedrosselt.
Ausblick auf den Sommer und die Bilanzfrage
Crandall geht aktuell von weiteren 10 Milliarden US-Dollar an sogenannten Reserve Management Purchases (RMPs) im Zyklus Juli-August aus, wäre aber nach eigenen Angaben von Werten zwischen null und 15 Milliarden US-Dollar nicht überrascht. Strategen von BMO Capital Markets erwarten, dass die Fed die Käufe von Schatzanweisungen in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar pro Monat bis in den Spätsommer beibehalten wird. Sie weisen jedoch darauf hin: „Sollte der schwächere Ton zu Beginn des dritten Quartals anhalten, besteht das Risiko, dass die Fed die Käufe zur Steuerung der Reserven reduziert oder vorübergehend einstellt."
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Zur AktienanalyseDie Käufe von Schatzanweisungen – von der Zentralbank als Käufe zur Steuerung der Reserven bezeichnet – finden im Schatten einer breiteren Debatte über den Gesamtumfang der Fed-Bilanz statt. Der neu ernannte Fed-Vorsitzende Kevin Warsh steht der nach wie vor großen Bilanz skeptisch gegenüber und strebt eine Verkleinerung an. Er kündigte auf der Sitzung des Offenmarktausschusses Anfang des Monats an, eine Task Force zur Untersuchung dieser Angelegenheit einzusetzen.
Viele Ökonomen sowie einige Zentralbanker sind sich einig, dass die Bilanz der Fed verkleinert werden kann, indem die Regeln geändert werden, um Banken das Halten von weniger hochliquiden Barmitteln zu ermöglichen. Dies würde jedoch wahrscheinlich die Risiken für die Finanzstabilität erhöhen. Theoretisch könnte dies dazu beitragen, die Bestände der Fed um bis zu 1 Billion US-Dollar gegenüber dem aktuellen Stand von 6,7 Billionen US-Dollar zu senken. Analysten erwarten allerdings kein schnelles Handeln – insbesondere müssen alle Bemühungen, den Banken das Halten von weniger Barmitteln zu ermöglichen, sehr vorsichtig erfolgen, wenn die Fed ihren vorrangigen Fokus auf die Zinskontrolle beibehalten will.


