Fed signalisiert Zinssenkungen bei erwartetem Inflationsrückgang weiterhin
Das März-Protokoll der US-Notenbank zeigt: Zinssenkungen bleiben möglich – aber nur bei datenkonformem Inflationsrückgang.

Die US-Notenbank Federal Reserve hält an ihrer Bereitschaft zu Zinssenkungen fest – allerdings unter einer klaren Bedingung. Laut dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der März-Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) sehen viele Teilnehmer Zinssenkungen nur dann als angemessen an, wenn die Inflation im Einklang mit den Erwartungen der Fed zurückgeht. Die Notenbank betont dabei ausdrücklich die Notwendigkeit von Flexibilität angesichts erhöhter wirtschaftlicher Unsicherheit.
„Viele Teilnehmer vertraten die Ansicht, dass es im Laufe der Zeit wahrscheinlich angemessen wäre, die Zielspanne für den Leitzins zu senken, falls die Inflation im Einklang mit ihren Erwartungen zurückgehen sollte", heißt es im Protokoll wörtlich. Gleichzeitig betonten die Teilnehmer die Bedeutung von Flexibilität bei der Anpassung des geldpolitischen Kurses als Reaktion auf eingehende Daten und den sich entwickelnden Ausblick.
Zinserhöhungen bleiben als Option auf dem Tisch
Das Protokoll offenbart jedoch auch eine hawkishe Strömung innerhalb des FOMC. Einige Teilnehmer deuteten mögliche Zinserhöhungen an, falls steigende Ölpreise erhebliche Auswirkungen auf die Inflation hätten. Konkret sprachen sich einige Mitglieder dafür aus, in der Erklärung nach der Sitzung eine „zweiseitige Beschreibung" künftiger Zinsentscheidungen aufzunehmen – also sowohl Senkungen als auch Erhöhungen als mögliche Szenarien zu benennen.
Analysten von Vital Knowledge kommentierten das Protokoll mit den Worten: „Das Protokoll stellt fest, dass die Beamten weiterhin zu Zinssenkungen neigen, sofern sich die Daten wie erwartet entwickeln, obwohl viele Kommentare zur Inflation recht restriktiv waren und einige Fed-Mitglieder die Märkte davor warnen wollen, dass Zinserhöhungen eine Möglichkeit sind."
Nahostkonflikt als zentraler Unsicherheitsfaktor
Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor im Protokoll ist der Nahostkonflikt. Die meisten FOMC-Teilnehmer äußerten die Sorge, dass ein langwieriger Konflikt zu einer Abschwächung der Bedingungen auf dem US-Arbeitsmarkt führen könnte – unter anderem durch eine Beeinträchtigung der Kaufkraft der Haushalte. Dies wiederum könnte zusätzliche Zinssenkungen rechtfertigen.
Gleichzeitig hielten es die meisten Teilnehmer für verfrüht, die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts bereits abschließend zu bewerten. „Die meisten Teilnehmer bekräftigten, dass es noch zu früh sei, um zu wissen, wie sich die Entwicklungen im Nahen Osten auf die US-Wirtschaft auswirken würden", heißt es im Protokoll. Fed-Chef Jerome Powell erklärte zudem, dass Ölversorgungsschocks in der Regel nur kurzfristige Auswirkungen hätten und die langfristigen Inflationserwartungen weiterhin gut verankert seien.
Im Vergleich zu anderen wichtigen Institutionen wie der Europäischen Zentralbank zeigte sich die Fed hinsichtlich der Auswirkungen des Iran-Krieges vergleichsweise optimistischer. Powell betonte, der richtige Schritt sei es, abzuwarten und die Lage zu beobachten – eine Haltung, die auch im Protokoll deutlich zum Ausdruck kommt.
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Zur AktienanalyseBlick auf den CPI-Bericht und die Märkte
Einen ersten konkreten Hinweis darauf, ob die gestiegenen Ölpreise bereits in der Inflation sichtbar werden, soll der US-Verbraucherpreisindex (CPI) für März liefern, der am Freitag veröffentlicht wird. Die Fed wird diesen Bericht genau beobachten, um ihren weiteren geldpolitischen Kurs zu kalibrieren.
An den Finanzmärkten rückte das Fed-Protokoll am Mittwoch jedoch in den Hintergrund. Dominiert wurde der Handelstag von einem zweiwöchigen Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA, Israel und dem Iran. Die Aktienmärkte legten daraufhin kräftig zu, während die Ölpreise deutlich einbrachen. Für Anleger, die den breiten US-Markt abbilden möchten, stehen ETFs wie der SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY), der Vanguard S&P 500 ETF (VOO) und der iShares Core S&P 500 ETF (IVV) zur Verfügung.


