Fed unter Druck: Entlassungswelle erreicht 17-Jahres-Hoch im Januar
Märkte erwarten zunehmend Zinssenkung nach alarmierenden Arbeitsmarktdaten aus den USA

Die Federal Reserve gerät angesichts dramatisch steigender Entlassungszahlen unter wachsenden Druck, ihre Geldpolitik zu lockern. Eine Umfrage der Outplacement-Firma Challenger, Gray & Christmas zeigt, dass die von US-Arbeitgebern angekündigten Stellenstreichungen im Januar auf den höchsten Stand für diesen Monat seit 17 Jahren gestiegen sind. Die Märkte reagieren nervös auf diese Entwicklung, während der offizielle Arbeitsmarktbericht aufgrund des anhaltenden US-Regierungsstillstands weiterhin aussteht.
Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bei der nächsten Fed-Sitzung ist sprunghaft angestiegen. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preisen Fed Funds Futures mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von 22,7 Prozent für eine Senkung um 25 Basispunkte bei der Sitzung am 18. März ein. Noch am Vortag lag diese Wahrscheinlichkeit bei lediglich 9,4 Prozent. Diese deutliche Verschiebung der Markterwartungen spiegelt die wachsende Besorgnis über die wirtschaftliche Entwicklung wider.
Globale Aktienmärkte unter Druck
Der Ausverkauf an den globalen Aktienmärkten setzt sich den dritten Tag in Folge fort. Besonders dramatisch präsentierte sich die Lage in Südkorea, wo der KOSPI um fünf Prozent einbrach und eine Handelsunterbrechung auslöste. Auch die Schwellenmärkte zeigen sich instabil. Eine positive Ausnahme bildete der japanische Nikkei 225, der im Vorfeld der Wahl am Sonntag um 0,6 Prozent zulegen konnte.
Die europäischen Märkte starteten verhalten in den Handelstag. Die Futures für die Gesamtregion notierten 0,1 Prozent niedriger, während die FTSE-Futures um 0,6 Prozent nachgaben. Die deutschen DAX-Futures konnten sich dem Trend entziehen und legten um 0,1 Prozent zu.
Spekulative Assets finden Boden
Trotz der angespannten Stimmung zeigen zwei der führenden spekulativen Investments des Jahres Stabilisierungstendenzen. Bitcoin, das am Donnerstag unter die Marke von 70.000 Dollar gefallen war, konnte einen Rückgang von 4,9 Prozent umkehren und notiert nun 4,2 Prozent höher bei 65.778,90 Dollar. Silber erholte sich nach einem dramatischen Einbruch von 19 Prozent am Donnerstag und legte um 3,5 Prozent auf 73,71 Dollar zu.
Für den Technologiesektor blieb die Erholung hingegen aus. Amazon-Aktien brachen im nachbörslichen Handel um 15 Prozent ein, nachdem das Unternehmen einen Anstieg der Kapitalausgaben in diesem Jahr um mehr als 50 Prozent prognostiziert hatte. Diese Ankündigung belastet die Gewinnerwartungen und sorgt für zusätzliche Verunsicherung bei Anlegern.
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Zur AktienanalyseWichtige Wirtschaftsdaten stehen an
Trotz des fehlenden US-Arbeitsmarktberichts stehen heute wichtige Wirtschaftsdaten aus Europa auf der Agenda. Deutschland veröffentlicht Industrieproduktion und Handelsbilanz für Dezember, während Großbritannien die Halifax-Hauspreise für Januar präsentiert. Frankreich gibt Währungsreserven und Handelsbilanz bekannt. Zudem berichten Philip Morris International, Cboe Global Markets, Societe Generale und Telenor ihre Quartalszahlen.

