Ferrari „Luce": Erster Elektro-Ferrari lässt Aktie abstürzen
Ferrari präsentiert in Rom seinen ersten vollelektrischen Fünfsitzer – doch Anleger reagieren mit einem Kurssturz von rund sechs Prozent.

Ferrari hat am Montag in Rom seinen ersten vollelektrischen Sportwagen der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Modell trägt den Namen „Luce" – italienisch für „Licht" – und markiert einen strategischen Wendepunkt für den traditionsreichen Luxussportwagenbauer aus Maranello. Der Einstiegspreis liegt bei 550.000 Euro, die ersten Auslieferungen sollen im vierten Quartal beginnen.
Der Luce ist gleich in mehrfacher Hinsicht ein Novum für Ferrari: Als erster Fünfsitzer des Unternehmens richtet er sich mit vier Türen und einem 600 Liter fassenden Kofferraum auch an wohlhabende Familien. Ferrari wagt diesen Schritt zu einem Zeitpunkt, an dem Konkurrenten wie Porsche und Lamborghini ihre Elektro-Ambitionen angesichts schwacher Nachfrage bereits zurückgefahren haben.
Bei der Entwicklung des Luce arbeitete Ferrari mit Jony Ive zusammen, dem ehemaligen Chefdesigner von Apple. Der Brite gilt als einer der einflussreichsten Produktdesigner der Welt und hat unter anderem das iPhone und den iMac gestaltet. Zudem zielt Ferrari mit dem Elektromodell auf technikaffine Käufer und will seine Marktposition in Ländern wie China stärken, wo große Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor steuerlich stark belastet werden.
Über 1.000 PS und mehr als 500 Kilometer Reichweite
Technisch setzt der Luce auf vier Elektromotoren mit einer kombinierten Leistung von über 1.000 PS. Das Fahrzeug bringt mehr als 2,2 Tonnen auf die Waage, erreicht dennoch eine Höchstgeschwindigkeit von über 310 Kilometern pro Stunde und soll laut Ferrari eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern bieten.
Um das typische Ferrari-Fahrgefühl trotz Elektroantrieb zu bewahren, verstärkt der Luce die natürlichen Vibrationsgeräusche des Elektromotors künstlich. Im Innenraum setzt Ferrari bewusst auf physische Bedienelemente – ein klarer Kontrapunkt zur Philosophie von Herstellern wie Tesla, die nahezu alles über Touchscreens steuern.
Anleger zeigen sich enttäuscht – Aktie bricht ein
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Zur AktienanalyseAn der Börse kam die Premiere des Luce alles andere als gut an. Die Ferrari-Aktie verlor an der Mailänder Börse rund sechs Prozent an Wert. Laut einem Händler vor Ort war es vor allem das Design, das die Investoren enttäuschte. „Für sie ist das kein Ferrari", zitierte er die Stimmung unter den Marktteilnehmern.
Für Privatanleger ist die Reaktion des Marktes ein deutliches Signal: Selbst bei einem Premiumhersteller wie Ferrari kann eine Produktpremiere kurzfristig erheblichen Druck auf den Kurs ausüben. Ob der Luce langfristig zum Wachstumstreiber wird, hängt nicht zuletzt davon ab, wie die zahlungskräftige Kundschaft das Fahrzeug annimmt – und ob Ferrari seinen Markenkern trotz des Wandels zur Elektromobilität glaubwürdig bewahren kann.


