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Festgeld schlägt Tagesgeld: Die besten kurzfristigen Zinsangebote

Wer sein Geld nur kurz parken will, sollte Festgeld und Tagesgeld genau vergleichen – denn kurzlaufende Festgelder bieten oft mehr Rendite.

Festgeld schlägt Tagesgeld: Die besten kurzfristigen Zinsangebote

Zinshopping bleibt bei deutschen Sparern beliebt. Banken und Onlinebroker werben lautstark mit Tagesgeld- und Festgeld-Angeboten – und überbieten sich gegenseitig mit Konditionen von zwei, 2,5 oder sogar noch mehr Prozent. Doch welche Anlageform lohnt sich wirklich für kurzfristig geparktes Kapital?

Der direkte Vergleich zwischen Tagesgeld und kurzlaufendem Festgeld kann sich für Anleger durchaus auszahlen. Wer die Konditionen beider Produkte gegenüberstellt, fährt mitunter mit Festgeld deutlich besser – auch bei kurzen Laufzeiten.

Experte empfiehlt kurzlaufende Festgelder

„Wenn ein Kunde in den nächsten Monaten wieder mit fallenden Zinsangeboten rechnet und sein Geld nur kurzfristig parken will, sollte er sich für kurzlaufende Festgelder entscheiden", rät Max Herbst, Gründer der FMH-Finanzberatung und Zinsexperte. Er empfiehlt zudem, die Anlagesumme aufzuteilen: einen Teil für drei Monate, einen anderen für sechs Monate festzulegen und einen Rest auf dem Tagesgeldkonto zu belassen. Wer seinen Liquiditätsbedarf zumindest grob einschätzen kann, sollte sich laut Herbst gezielt mit kurzlaufenden Festgeld-Angeboten beschäftigen.

Auch Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg differenziert klar: „Kurzfristiges Festgeld kann sinnvoll sein, wenn Geld für einen absehbaren Zeitraum sicher geparkt werden soll und in dieser Zeit nicht verfügbar sein muss." Wer hingegen flexibel bleiben möchte oder unvorhergesehene Ausgaben einplanen muss, sei mit täglich verfügbarem Tagesgeld besser beraten.

Festgeld-Ranking: Ferratum und Bigbank vorn

Exklusiv für die WirtschaftsWoche hat die FMH-Finanzberatung die Angebote von 48 Anbietern ausgewertet. Insgesamt erhielten zehn Banken die Bewertung „sehr gut". Das beste Ergebnis erzielte Ferratum: Das Unternehmen bietet über drei, sechs und zwölf Monate jeweils 2,8 Prozent pro Jahr. Den zweiten Platz belegt die Bigbank mit 2,5 Prozent für drei Monate, 2,65 Prozent für sechs Monate und 2,85 Prozent für zwölf Monate.

Auf den weiteren Plätzen des Rankings folgen:

  • HoistSpar
  • Stellantis Direktbank
  • ISBank
  • Ziraat Bank International
  • Raisin
  • willbe by Liechtensteinische Landesbank
  • Bank of Scotland
  • Oyak Anker Bank

„Festgeld bietet oft etwas höhere Zinsen, erkauft diese aber mit fehlender Verfügbarkeit während der Laufzeit", fasst Verbraucherschützer Nauhauser zusammen. Beim Tagesgeld schwankten die Zinsen stärker und lägen ohnehin häufig etwas niedriger. Hinzu kommt: Viele Tagesgeld-Angebote sind zeitlich begrenzte Lockangebote, bei denen attraktive Zinsen nur für wenige Monate gelten.

Zinshopping kostet Zeit – Festgeld spart Aufwand

Herbst weist auf einen weiteren Nachteil des Zinshoppings hin: „Selbst bei den besten Tagesgeld-Angeboten muss man am Ende der Garantiezeit entweder weiter hoppen oder sich mit schlechten Bestandskunden-Angeboten begnügen." Kurzlaufende Festgelder können diesen Aufwand ersparen. Zwar lohnt sich Zinshopping grundsätzlich, ist aber mit erheblichem Zeitaufwand verbunden. „Bei größeren Anlagesummen kann sich der Zusatzaufwand aber rechnen", so Nauhauser.

Einlagensicherung nicht vergessen

Ein entscheidender Faktor bei der Auswahl ist die Einlagensicherung. Wer maximale Sicherheit anstrebt, sollte ausschließlich Angebote wählen, die über die deutsche Einlagensicherung abgesichert sind. Alle im Ranking mit „sehr gut" bewerteten Anbieter erfüllen mindestens diese gesetzliche Mindestanforderung. Die ISBank, die Ziraat Bank International und die Oyak Anker Bank bieten darüber hinaus eine erweiterte Einlagensicherung.

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Die freiwillige und erweiterte Einlagensicherung geht über diesen Betrag hinaus. Wer mehr als 100.000 Euro anlegen möchte, sollte das Kapital laut Verbraucherschützern auf mehrere Institute verteilen.

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