Festnahme von René Benko in Innsbruck
Ermittlungen wegen Betrug, Korruption und Insolvenzverschleierung in mehreren Ländern

Der ehemalige Immobilieninvestor und Gründer der Signa Holding, René Benko, ist in seiner Villa in Innsbruck festgenommen worden. Laut der zentralen Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption (WKStA) besteht der Verdacht auf Betrug und Korruption. Zudem soll Verdunkelungsgefahr vorliegen. Die Festnahme erfolgte im Zusammenhang mit der Insolvenz seines Unternehmens, die Ende 2023 angemeldet wurde.
Gegen Benko laufen in Österreich mehrere Verfahren. Die Ermittler werfen ihm vor, im Zuge der Firmenpleite eigene Vermögenswerte verschleiert und diese vor dem Zugriff von Behörden, Insolvenzverwaltern und Gläubigern gesichert zu haben. Die Justiz beantragte Untersuchungshaft, während das Wiener Landgericht nun innerhalb von 48 Stunden über diesen Antrag entscheiden muss. Benko wurde bereits vernommen und befindet sich in einer Justizanstalt.
Auch in anderen Ländern wird gegen den 47-Jährigen ermittelt. In Italien hatte die Justiz bereits im Dezember 2024 einen Haftbefehl gegen ihn erlassen. Ermittlungen laufen zudem in Deutschland und Liechtenstein. Zur besseren Koordination wurde ein grenzüberschreitendes Ermittlungsteam gegründet, das die Zusammenarbeit zwischen der WKStA und den Staatsanwaltschaften in Berlin und München erleichtern soll.
Die Insolvenz der Signa Holding gilt als die größte Pleite in der österreichischen Wirtschaftsgeschichte. Das Unternehmen meldete im November 2023 Zahlungsunfähigkeit an, während Benko im März 2024 Privatinsolvenz beantragte. Die Signa-Gruppe hatte ein weitreichendes Immobilienportfolio, zu dem auch die deutschen Kaufhausketten KaDeWe und Galeria gehörten. Die steigenden Zinsen, höheren Baukosten und Energiekosten führten zu einem Zusammenbruch des komplexen Firmengeflechts. Laut Insolvenzverwalter belaufen sich die Forderungen an Benko auf etwa 2,4 Milliarden Euro.
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Zur AktienanalyseZusätzlich wird gegen ihn wegen mutmaßlichen Betrugs im Zusammenhang mit staatlichen Corona-Hilfen ermittelt. Dabei geht es um finanzielle Unterstützung für das Luxus-Chalet "N" im Skiort Lech am Arlberg. Untersucht wird, ob die Gelder zweckgebunden eingesetzt wurden oder anderweitig Verwendung fanden. Bereits zuvor waren Vorwürfe wegen mutmaßlichen Kreditbetrugs und Bestechungsversuchen bekannt geworden.


