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FIFA-WM 2026 treibt Handelsvolumen auf Prognosemärkten auf Rekordhöhen

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 beschert Prognosemarktplattformen wie Kalshi und Polymarket historische Rekordvolumina im Juni.

FIFA-WM 2026 treibt Handelsvolumen auf Prognosemärkten auf Rekordhöhen

Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 gilt als das größte Glücksspielereignis der Geschichte – und sie hinterlässt deutliche Spuren auf den Prognosemarktplattformen. Im Juni verzeichneten die führenden Anbieter Kalshi und Polymarket Rekordvolumina, die weit über alle bisherigen Monatswerte hinausgehen.

Kalshi, eine der bekanntesten US-amerikanischen Plattformen für Ereigniskontrakte, erzielte im Juni ein nominales Handelsvolumen von mehr als 31 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von über 70 Prozent gegenüber dem Mai-Wert von 17,9 Milliarden US-Dollar, wie aus Nutzerdaten auf der Analyseplattform Dune Analytics hervorgeht. Seit dem Turnierstart am 11. Juni bewältigte Kalshi beständig ein tägliches Volumen von über einer Milliarde US-Dollar.

Auch die internationale Börse für Ereigniskontrakte von Polymarket stellte im Juni mit einem nominalen Handelsvolumen von über 10,8 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekordwert auf. Dies kehrt einen Abwärtstrend aus den Monaten April und Mai um, in denen das Volumen auf beiden Plattformen rückläufig gewesen war. Die US-Plattform von Polymarket erzielte im Juni ein nominales Volumen von mehr als 3,5 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 1,77 Milliarden US-Dollar im Mai.

Millionenwetten auf den WM-Sieg der USA

Besonders auffällig ist das Interesse der Anleger an den Chancen des US-amerikanischen Teams. Mehr als 64 Millionen US-Dollar auf Kalshi und 122 Millionen US-Dollar auf Polymarket wurden darauf gehandelt, ob die USA das Turnier gewinnen werden – obwohl die Wahrscheinlichkeit dafür auf den jeweiligen Plattformen lediglich bei 4,3 Prozent beziehungsweise 3 Prozent liegt. Das US-Team trifft im Achtelfinale auf Belgien.

Die WM-Begeisterung hat auch einer neuen Plattform Auftrieb gegeben: Rothera, ein Joint Venture zwischen der Susquehanna International Group und dem Broker Robinhood, debütierte im Juni. Robinhood begann in diesem Monat, bestimmte WM-Kontrakte über seinen Broker an Rothera weiterzuleiten. Die Plattform verzeichnete im Laufe des Monats ein nominales Handelsvolumen von 2 Milliarden US-Dollar und macht laut Bank of America nun 7 Prozent des US-Prognosemarktvolumens aus.

Plattformen nutzen WM gezielt für Wachstum

Alle Plattformen setzten die Weltmeisterschaft aktiv ein, um den Nutzerverkehr zu steigern. Polymarket startete einen Wettbewerb, bei dem bis zu 2 Millionen US-Dollar für denjenigen ausgelobt wurden, der einen perfekten Turnierplan für die K.-o.-Runde erstellt. Kalshi warb im Apple App Store im Titel seiner mobilen App damit, dass Nutzer die „Weltmeisterschaft handeln" können.

Das gestiegene Open Interest – also die Gesamtzahl der aktiven, noch nicht abgerechneten Kontrakte – spiegelt die erhöhte Marktaktivität ebenfalls wider. Bei Kalshi liegt das Open Interest nun über einer Milliarde US-Dollar. Bei Polymarket liegt es knapp unter 400 Millionen US-Dollar, was einem erhöhten, aber in etwa dem bisherigen Niveau der internationalen Plattform entsprechenden Stand entspricht.

Belastungstest für die gesamte Branche

Branchenbeobachter sehen in der Weltmeisterschaft mehr als nur ein saisonales Ereignis. Asaf Meir, CEO von Solidus Labs – einem Unternehmen für Marktintegrität, das eine Partnerschaft mit Kalshi unterhält – bezeichnete die WM als entscheidenden Moment für die Plattformen. Sowohl Regulierungsbehörden als auch institutionelle Investoren beobachteten die Performance der Anbieter genau.

„Externe Beobachter fragen sich: Ist es sicher genug? Ist es ausgereift genug? Gibt es genügend Volumen?", so Meir. „Die Weltmeisterschaft ist ein gewaltiger Belastungstest, um zu sehen, ob Prognosemärkte tatsächlich ihr Versprechen einlösen können, in einem dauerhaft volumenstarken Umfeld über einen langen Zeitraum hinweg faire Bedingungen für alle Anleger zu gewährleisten."

Für die noch junge Branche der regulierten Prognosemärkte könnte die WM 2026 damit zum Wendepunkt werden – nicht nur in Bezug auf das Handelsvolumen, sondern auch hinsichtlich der Frage, wie die Plattformen künftig andere Kontraktthemen jenseits des Sports handhaben werden.

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