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FIFAs 20-Milliarden-Privatisierungsplan scheitert an globalem Widerstand

Der umstrittene Plan, einen 20-Prozent-Anteil an einer neuen FIFA-Tochtergesellschaft zu verkaufen, ist nach massivem Widerstand gescheitert.

FIFAs 20-Milliarden-Privatisierungsplan scheitert an globalem Widerstand

Die FIFA hat mit ihrem ambitionierten Plan, kommerzielle Vermögenswerte zu monetarisieren, eine vernichtende Niederlage erlitten. Wie die New York Post berichtet, ist das Vorhaben nach einem beispiellosen Aufstand globaler Fußballverbände und internem Dissens innerhalb der Organisation nicht mehr aktiv. Der Plan sah vor, durch den Verkauf eines 20-Prozent-Anteils an einer neu gegründeten Tochtergesellschaft namens FIFA Forward Enterprise (FFE) bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar einzunehmen — bei einer Gesamtbewertung der Einheit von 20 Milliarden US-Dollar.

Die Initiative, die das Management der Fußball-Weltmeisterschaft und anderer Großveranstaltungen unter dem Dach der FFE zentralisieren sollte, stieß von Beginn an auf heftigen Widerstand. Die UEFA, der europäische Dachverband mit 55 Mitgliedsverbänden, führte die Opposition an und bezeichnete den Schritt als Verrat an den Grundwerten des Sports. In einer dramatischen Eskalation stimmten alle 55 UEFA-Mitgliedsnationen einstimmig für einen Boykott sämtlicher FIFA-Turniere — ein Schritt, der die Sport- und Finanzwelt erschütterte.

Zum geplanten Investorenkonsortium gehörte Thrive Eternal, ein Fonds, der von Thrive Capital verwaltet und von Joshua Kushner gegründet wurde. Kushner ist der Bruder von Jared Kushner, dem Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Diese Verbindung verlieh dem Deal eine geopolitische Dimension. Trump selbst stellte klar, dass er keine direkten Gespräche mit FIFA-Präsident Gianni Infantino über die Investition geführt habe.

Interne Revolte erschüttert FIFA-Führung

Besonders schwer wog der interne Widerstand innerhalb der FIFA. Carlos Cordeiro, ein leitender Berater von Präsident Infantino und ehemaliger Vizepräsident des US-Fußballverbands, trat am Freitag mit sofortiger Wirkung zurück. Der frühere Banker übte scharfe Kritik an dem Plan und bezeichnete ihn als „ein schlechtes Geschäft für FIFAs Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft des Sports." Er argumentierte, die Organisation „verpfände die Zukunft des Fußballs ohne jede überzeugende Rechtfertigung."

Zusätzlichen Druck erzeugte FIFAs Chief Operating Officer Kevin Lamour, der Infantino öffentlich beschuldigte, die Mitarbeiter getäuscht zu haben. Lamour bezeichnete den Vorschlag als „Projekt einer einzelnen Person" und betonte, die Mission der Organisation sei es, dem Sport zu dienen — nicht den persönlichen Interessen eines Einzelnen, der so agiere, als verkörpere er die Institution selbst.

Trotz der Berichte über das Scheitern des Plans versuchte die FIFA-Führung, eine Haltung prozeduraler Legitimität aufrechtzuerhalten. In einer Erklärung behauptete die Organisation, „falsche Medienberichte" hätten den Konsultationsprozess gestört, und bestand darauf, den Vorschlag weiterhin den 211 nationalen Mitgliedsverbänden vorzulegen. Infantino hatte zuvor versucht, Unterstützung zu gewinnen, indem er jedem Mitgliedsverband, der dem Vorschlag bis zum 19. September zustimmt, eine Zahlung von 40 Millionen US-Dollar versprach.

Mehrheit der Verbände gegen den Plan

Die Mathematik arbeitet gegen die FIFA-Führung. Mit der UEFA (55 Mitglieder), dem CONCACAF (41 Mitglieder) und der Asiatischen Fußball-Konföderation AFC (47 Mitglieder), die alle in unterschiedlichem Maße Widerstand oder Solidarität gegen den Plan signalisiert haben, umfasst die Koalition der Gegner 143 Verbände — weit mehr als die erforderliche Mehrheit, um den Vorschlag zu blockieren. Die AFC sprach sich zwar nicht für einen formellen Boykott aus, stellte jedoch in einer Erklärung die Tragfähigkeit des Projekts in Frage und kritisierte FIFAs Entscheidungsprozesse.

Kritiker wie Stuart Dykes von Football Supporters Europe argumentierten, dass solch grundlegende Änderungen an der Struktur des Sports nicht hinter verschlossenen Türen ausgehandelt werden könnten. „Fußball steht nicht zum Verkauf. Er ist ein gesellschaftliches Gut", betonte Dykes und hob hervor, dass der Wert des Sports von Fans und Spielern geschaffen werde — nicht von Einheiten, die Gewinne für private Investoren abschöpfen wollen.

Mit der für nächstes Jahr geplanten Wiederwahl steht nun auch Infantinos Präsidentschaft auf dem Prüfstand. Berichten zufolge erwägt der nordamerikanische Fußballchef Victor Montagliani, den Amtsinhaber herauszufordern. Die FIFA besteht zwar darauf, dass keine endgültigen Entscheidungen ohne die Unterstützung der Mehrheit ihrer Mitglieder getroffen werden — doch der von Beobachtern beschriebene „offene Aufstand" legt nahe, dass die 20-Milliarden-Dollar-Bewertung der WM-Zukunft für die globale Fußballgemeinschaft einen Schritt zu weit darstellte.

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