ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Fitch: Japans Defizite bleiben trotz Steuersenkungen kontrollierbar

Die Ratingagentur Fitch Ratings zeigt sich zuversichtlich, dass Japan seine Haushaltsdefizite auch nach den angekündigten Steuersenkungen im Griff behalten wird. Dies trotz jüngster Turbulenzen am Anleihenmarkt.

Fitch: Japans Defizite bleiben trotz Steuersenkungen kontrollierbar

Fitch Ratings erwartet, dass die japanische Regierung ihre Haushaltsdefizite auch nach den Unterhauswahlen im kommenden Monat auf einem beherrschbaren Niveau halten wird. Dies teilte Jeremy Zook, Direktor für Sovereign Ratings im asiatisch-pazifischen Raum bei Fitch, am Mittwoch mit. Die Einschätzung erfolgt vor dem Hintergrund wachsenden Drucks am Anleihenmarkt.

Anleihenmarkt unter Druck

Japanische Staatsanleihen gerieten diese Woche deutlich unter Druck. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen Anleihe kletterte am Dienstag auf ein 27-Jahres-Hoch. Auslöser war das Wahlversprechen von Premierministerin Sanae Takaichi, die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel für zwei Jahre auszusetzen.

Rating mit stabilem Ausblick bestätigt

Fitch bestätigte am Montag das Rating für japanische Staatsanleihen mit "A" – fünf Stufen unterhalb der Bestnote "AAA" – und versah es mit einem stabilen Ausblick. Die Bestätigung erfolgte noch vor der Verschärfung des Ausverkaufs am Anleihemarkt. "Wir werden die Auswirkungen neuer fiskalischer Ankündigungen, einschließlich des jüngsten Vorschlags zur Aussetzung der Verbrauchssteuer auf Lebensmittel, weiterhin bewerten", erklärte Zook.

Spielraum durch verbesserte Haushaltslage

Die Ratingagentur geht davon aus, dass die angekündigten Maßnahmen in den aktuellen Fiskalprognosen bereits ausreichend berücksichtigt sind. "Eine fiskalische Expansion, die unsere aktuellen Erwartungen wesentlich übersteigt, bleibt ein Risiko", räumte Zook ein. "Aber vorerst gehen wir davon aus, dass die Regierung die Defizite nach den Wahlen weiterhin auf einem beherrschbaren Niveau halten wird, insbesondere angesichts des jüngsten Drucks auf dem Anleihemarkt."

Höheres Wachstum als Entlastungsfaktor

Positiv wertet Fitch, dass sich Japans fiskalische Situation in den vergangenen Jahren verbessert hat. Ein höheres nominales Wirtschaftswachstum habe zur Reduzierung des Haushaltsdefizits beigetragen. Dies biete Spielraum im Rating, um Unsicherheiten in der Fiskalpolitik aufzufangen.

Höchste Schuldenquote unter Industrieländern

Japan bleibt allerdings mit Abstand das am höchsten verschuldete Land unter den entwickelten Volkswirtschaften. Das Verhältnis von Staatsschulden zum Bruttoinlandsprodukt übersteigt 230 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland liegt diese Quote bei rund 60 Prozent. Die geplanten Steuersenkungen im Wahljahr stellen damit eine besondere Herausforderung für die Haushaltspolitik dar.

Fitch RatingsJapan StaatsanleihenHaushaltsdefizit JapanSteuersenkung JapanAnleihenrendite

Disclaimer