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FlightAware klagt gegen Kalshi wegen unbefugter Datennutzung

Der Flugverfolgungsdienst FlightAware wirft dem Prognosemarkt-Anbieter Kalshi vor, Daten und Markennamen illegal für Flugausfall-Wettmärkte zu nutzen.

FlightAware klagt gegen Kalshi wegen unbefugter Datennutzung

Der Flugverfolgungsdienst FlightAware hat Klage gegen den US-amerikanischen Prognosemarkt-Anbieter Kalshi eingereicht. FlightAware wirft Kalshi vor, seinen Namen und seine Daten ohne Genehmigung zu verwenden, um sogenannte „Wettmärkte für Flugausfälle" zu betreiben. Die Klage wurde am Montag beim US-Bezirksgericht für den südlichen Distrikt von New York eingereicht.

Kalshi hatte im Juli Märkte angekündigt, die es Kunden ermöglichen, auf das Risiko von Flugausfällen zu wetten. Diese Pläne stießen bereits bei ihrer Ankündigung auf erhebliche Kritik. Kritiker befürchteten, dass solche Märkte finanzielle Anreize für Personen schaffen könnten, den Flugverkehr absichtlich zu stören oder Flughafenschließungen zu verursachen.

Kalshi nannte FlightAware als Referenzquelle – ohne Erlaubnis

FlightAware erklärte, Kalshi habe das Unternehmen als primäre Referenzquelle für die Abrechnung der Märkte benannt. Allerdings habe man Kalshi zu keinem Zeitpunkt autorisiert, den Namen, die Daten oder die Marken des Unternehmens für diesen Zweck zu verwenden. Auf der Kalshi-Website war zum Zeitpunkt der Berichterstattung ein aktiver Kontrakt mit dem Titel „US-Flugausfälle für die Woche bis zum 14. August, 17:00 Uhr EDT" verfügbar, in dem es hieß: „Ergebnis verifiziert durch FlightAware."

Laut den Anwälten von FlightAware hat die unbefugte Nutzung des Namens und der Daten dazu geführt, dass Kunden eine offizielle Beteiligung von FlightAware an dem System annahmen. Dies sei ein zentraler Punkt der Klage, da dadurch ein falscher Eindruck über eine Partnerschaft oder Kooperation entstanden sei, die es nie gab. Kalshi reagierte auf eine Anfrage von Reuters um Stellungnahme außerhalb der Geschäftszeiten nicht.

Prognosemärkte boomen seit der US-Wahl 2024

Der Rechtsstreit fällt in eine Zeit, in der Prognosemärkte wie Kalshi und Polymarket massiv an Popularität gewonnen haben. Ausschlaggebend war die US-Präsidentschaftswahl 2024, bei der diese Plattformen den Sieg des Republikaners Donald Trump über die Demokratin Kamala Harris treffsicherer vorhersagten als traditionelle Meinungsforschungsinstitute.

Plattformen wie Polymarket und Kalshi ermöglichen es Tradern und Spekulanten, auf eine breite Palette von Ereignissen zu wetten. Das Spektrum reicht von Sportergebnissen über Wahlen bis hin zu geopolitischen Ereignissen wie den Kriegen im Iran und in der Ukraine. Für deutsche Anleger und Beobachter sind solche Prognosemärkte ein vergleichsweise neues Phänomen, das in den USA jedoch zunehmend regulatorische Aufmerksamkeit auf sich zieht.

FlightAware fordert Schadensersatz und gerichtliche Verbote

In der Klage fordert FlightAware Schadensersatz in bislang ungenannter Höhe. Darüber hinaus strebt das Unternehmen gerichtliche Anordnungen an, die Kalshi die weitere Nutzung seiner Daten und seines Namens untersagen. Zudem beantragt FlightAware ein Geschworenenverfahren, was auf eine umfangreiche und öffentlichkeitswirksame Auseinandersetzung hindeutet.

Der Fall wirft grundsätzliche Fragen über die rechtlichen Grenzen von Prognosemärkten auf. Insbesondere die Frage, welche Daten und Markennamen Dritter für die Abrechnung solcher Kontrakte genutzt werden dürfen, dürfte die Branche über diesen Einzelfall hinaus beschäftigen. Für Kalshi, das sich als einer der führenden regulierten Prognosemärkte in den USA positioniert, könnte das Verfahren weitreichende Konsequenzen haben.

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