Flink sichert sich 100 Millionen Dollar – British American Tobacco steigt ein
Der Berliner Schnelllieferdienst Flink bestätigt eine neue Finanzierungsrunde und überrascht mit einem ungewöhnlichen Neuinvestor.

Flink hat eine neue Finanzierungsrunde über 100 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Das Berliner Start-up benötigt die frischen Mittel, um seinen laufenden Betrieb weiter zu finanzieren – monatelange Spekulationen haben sich damit bestätigt.
Den Großteil des Kapitals steuern Bestandsinvestoren bei. Dazu zählen der südafrikanische Technologieinvestor Prosus, der gleichzeitig Großaktionär von Delivery Hero ist, sowie der US-Lieferdienst DoorDash, dem auch die finnische Plattform Wolt gehört. Amazon, über dessen mögliche Beteiligung zuvor spekuliert worden war, ist nicht eingestiegen.
Neu dabei ist ein Investmentvehikel des britischen Tabakkonzerns British American Tobacco. Der Konzern diversifiziert damit sein Portfolio in Richtung Konsumgüter-Logistik – ein für die Branche ungewöhnlicher Schritt, der aufhorchen lässt.
Rewe zieht sich zurück – Bewertung bleibt unter einer Milliarde
Bemerkenswert ist die Abwesenheit von Rewe. Der Handelskonzern war bislang nicht nur Hauptlieferant, sondern mit knapp 20 Prozent auch einer der größten Anteilseigner von Flink. An der aktuellen Runde hat sich Rewe auf eigene Auskunft hin nicht beteiligt – ein Signal, das Anleger aufmerksam verfolgen sollten.
Die neue Unternehmensbewertung kommentiert Flink offiziell nicht. Aus dem Unternehmensumfeld ist jedoch zu vernehmen, dass die Milliardenschwelle weiterhin nicht erreicht wurde. Auf dem Höhepunkt der Corona-Euphorie 2021 hatten Investoren Flink noch mit knapp drei Milliarden Dollar bewertet. Der Zusammenbruch des Konkurrenten Gorillas, steigende Lebensmittelpreise und hohe Personalkosten ließen die Bewertung seither deutlich einbrechen.
Immerhin meldet das Unternehmen operative Fortschritte: Seit dem Sommer 2024 arbeitet Flink nach eigenen Angaben profitabel. Das EBITDA – das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – war erstmals positiv. Der Jahresumsatz 2024 lag bei 700 Millionen Euro.
Gründerteam geschrumpft, Expansion geht weiter
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Zur AktienanalyseFlink wurde Anfang 2021 von Oliver Merkel, Christoph Cordes und Julian Dames während der Corona-Lockdowns gegründet. Das Versprechen, Supermarkteinkäufe in zehn Minuten zu liefern, sorgte damals für einen rasanten Aufstieg. Heute liegt die durchschnittliche Lieferzeit bei rund 30 Minuten.
Nach der letzten Finanzierungsrunde im Herbst 2024 verließen Merkel und Cordes das Unternehmen überraschend. Seitdem führt Julian Dames Flink allein. Der Dienst ist nach eigenen Angaben inzwischen in mehr als 160 Städten in Deutschland und den Niederlanden aktiv.


