Fox Corp. profitiert massiv von der FIFA-Weltmeisterschaft 2026
Die WM in Nordamerika bescherte Fox Corp. Rekordquartale: Umsatz stieg um 28%, Werbeerlöse sogar um 78%.

Die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat dem US-Medienkonzern Fox Corp. einen kräftigen Schub verliehen. Das Unternehmen meldete am Donnerstag für das vierte Geschäftsquartal sowie das gesamte Geschäftsjahr starke Zahlen: Der Gesamtumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28 Prozent auf 4,21 Milliarden US-Dollar. Die Werbeerlöse kletterten sogar um 78 Prozent auf 1,92 Milliarden US-Dollar – primär bedingt durch die Weltmeisterschaft und den werbefinanzierten Streamingdienst Tubi.
Fox-CEO Lachlan Murdoch bezeichnete das abgelaufene Geschäftsjahr in einer Telefonkonferenz mit Investoren als ein Jahr mit einer „finanziellen Rekordleistung". Das Turnier, das diesen Sommer in Nordamerika stattfand, steigerte die Werbeeinnahmen im gesamten Konzern und trieb das Wachstum von Tubi voran. Murdoch erklärte zudem, Fox habe eine der „stärksten Upfronts unserer Geschichte mit einem zweistelligen Volumenwachstum" erlebt. Als „Upfronts" bezeichnet man die jährliche Präsentation neuer Programminhalte für Werbekunden.
Rekordquoten für das WM-Finale
Die Übertragungen und Streams des Turniers bei Fox erreichten laut Nielsen über 104 Spiele hinweg durchschnittlich rund 7,7 Millionen Zuschauer. Das Endspiel zwischen Spanien und Argentinien lockte mit fast 39 Millionen Zuschauern eine Rekordzahl auf die Plattformen von Fox. Auch Telemundo und Peacock von NBCUniversal, die die spanischsprachigen Übertragungen der Spiele ausstrahlten, verzeichneten starke Zuschauerzahlen und Werbeeinnahmen.
Live-Sport bleibt für Medienunternehmen ein zuverlässiger Wachstumstreiber. Große Sportereignisse wie die Weltmeisterschaft, der Super Bowl und Playoff-Serien generieren regelmäßig die höchsten Werbeumsätze. Disney gab diese Woche im Rahmen seiner Bilanzpressekonferenz bekannt, dass das Werbeinventar für den nächsten Super Bowl im Februar bereits vollständig ausverkauft sei.
Tubi und Fox One als strategische Wachstumspfeiler
Fox hatte seine Unterhaltungssparte im Jahr 2019 an Disney verkauft und konzentriert sich seitdem auf Sport und Nachrichten. Der kostenlose, rein werbefinanzierte Streamingdienst Tubi ist dabei ein zentrales Element der Digitalstrategie. Fox hat gezielt bestimmte Ereignisse und Sportarten für Tubi ausgewählt, darunter in den vergangenen Jahren auch den Super Bowl. Einige WM-Spiele sowie das Rahmenprogramm des Turniers hätten dazu beigetragen, die Plattform zu stärken, so Murdoch. Tubi richtet sich besonders an jüngere Zuschauer – eine für Werbetreibende besonders wertvolle Zielgruppe.
Auch Fox One, das Abonnement-Streaming-Angebot des Konzerns, das vor fast einem Jahr startete und alle Inhalte von Fox bündelt, profitierte von der Weltmeisterschaft. Murdoch gab an, dass die Vertriebserlöse im Quartal um 5 Prozent gestiegen seien, was teilweise auf Fox One zurückzuführen sei, das „weiterhin unsere Erwartungen übertrifft". Die WM habe dem Dienst neue Kunden beschert und zu starken Bindungsraten geführt. Fox One kostet 19,99 US-Dollar pro Monat, ist jedoch auch in einem Paket mit Disneys Streamingplattform ESPN erhältlich.
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Zur AktienanalyseGeplante Roku-Übernahme soll Werbegeschäft ausweiten
Im Juni kündigte Fox die geplante Übernahme von Roku für 22 Milliarden US-Dollar an, was die Präsenz im Werbebereich potenziell erheblich ausweiten könnte. Das für seine Streaming-Geräte bekannte Unternehmen betreibt zudem „The Roku Channel", einen direkten Konkurrenten zu Tubi. Die Konzernführung von Fox hatte beim Start von Fox One betont, dass der Dienst nicht dazu gedacht sei, weitere Verluste im Pay-TV-Bereich zu verursachen, wie es Streaming-Alternativen bei vielen anderen Medienunternehmen getan haben.


