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Fox Corp. übernimmt Streaming-Anbieter Roku für 22 Milliarden Dollar

Fox Corp. kauft Roku für 160 Dollar je Aktie in einer Cash-and-Stock-Transaktion und treibt die Medienkonsolidierung weiter voran.

Fox Corp. übernimmt Streaming-Anbieter Roku für 22 Milliarden Dollar

Fox Corp. hat eine Vereinbarung zur Übernahme des Streaming-Geräteherstellers Roku für rund 22 Milliarden Dollar getroffen. Das Unternehmen zahlt 160 Dollar pro Aktie im Rahmen einer kombinierten Bar- und Aktientransaktion. Den Baranteil will Fox durch vorhandene Barmittel sowie neue Schulden finanzieren – für die Transaktion wurde ein Kredit über 12 Milliarden Dollar gesichert.

Die Märkte reagierten gemischt auf die Nachricht: Die Fox-Aktie verlor am Montagmorgen rund 17 Prozent an Wert. Roku-Papiere gaben um 2 Prozent nach, nachdem sie am Freitag infolge erster Berichte über einen möglichen Verkauf bereits um 20 Prozent zugelegt hatten.

Fox-CEO Lachlan Murdoch bezeichnete den Deal in einer Telefonkonferenz mit Investoren als einen „entscheidenden Moment" für das Unternehmen. Er betonte, dass Fox sowohl „ein früher Investor in Roku als auch ein langjähriger kommerzieller Partner" gewesen sei. Murdoch erklärte zudem, Fox habe sich seit 2019 „neu ausgerichtet" und konzentriere sich auf Live-Nachrichten und Sport sowie auf die Steigerung der Werbeeinnahmen.

Strategische Logik: Werbung und Reichweite im Fokus

Der Zusammenschluss vereint die Nachrichten- und Sportkanäle von Fox sowie den kostenlosen, werbefinanzierten Streamingdienst Tubi mit Roku – dem Hersteller von Streaming-Geräten und Betreiber von The Roku Channel, einem ähnlich aufgestellten Dienst. Roku-CEO Anthony Wood bezeichnete die Plattform als Marktführer in den USA mit weltweit mehr als 100 Millionen Streaming-Haushalten und jährlich 145 Milliarden Nutzungsstunden.

Werbung hat für Medienunternehmen zuletzt wieder stark an Bedeutung gewonnen, da sie ihre Streaming-Plattformen ausbauen und verstärkt auf Live-Sport und Events setzen, die das größte Publikum anziehen. Fox überträgt seit letzter Woche die FIFA-Weltmeisterschaft über sein TV-Netzwerk – ein Beispiel für genau diese Strategie.

Murdoch erklärte, die Hinzunahme von Roku ermögliche es Fox, „neue Märkte zu erschließen, offensichtlich digital im Bereich Streaming und Abonnements, und das Geschäft aggressiv in das 21. Jahrhundert voranzutreiben". Fox und Wood betonten beide, ihre Unternehmen gingen „aus einer Position der Stärke" in das Geschäft.

Tubi und Roku Channel bleiben getrennt

Trotz der inhaltlichen Überschneidungen sollen Tubi und The Roku Channel nach dem Abschluss der Transaktion eigenständig weitergeführt werden. Murdoch bezeichnete sie als „äußerst komplementäre Dienste" mit lediglich rund einem Drittel Überschneidungen beim Publikum. Tubi erzielt den Großteil seiner Zuschauerzahlen bei On-Demand-Inhalten, während The Roku Channel stärker auf lineare, kostenlose Kanäle setzt, die das klassische Pay-TV-Paket nachahmen.

Fox erwartet durch den Deal jährliche Kostensynergien von rund 400 Millionen Dollar sowie zusätzliches Umsatzpotenzial. Nach Abschluss der Übernahme würden bestehende Fox-Aktionäre etwa 73 Prozent am fusionierten Unternehmen halten, Roku-Aktionäre rund 27 Prozent.

Historischer Kontext: Sieben Jahre nach dem Disney-Deal

Die geplante Übernahme erfolgt etwa sieben Jahre nach dem letzten großen Deal von Fox: Damals veräußerte das Unternehmen seine Entertainment-Assets in einem 71 Milliarden Dollar schweren Geschäft an Disney. Seitdem besteht das Fox-Portfolio primär aus dem TV-Netzwerk Fox sowie dem Kabelsender Fox News Channel. Im Jahr 2020 erwarb Fox den Streamingdienst Tubi für 440 Millionen Dollar – ein erster Schritt in Richtung digitales Streaming.

Die Verwaltungsräte beider Unternehmen haben der Transaktion bereits zugestimmt. Der Abschluss der Übernahme wird voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2027 erwartet.

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