Foxconn übertrifft Prognosen: 35% Gewinnanstieg dank KI-Boom
Taiwans Elektronikriese meldet starkes Quartalsergebnis – KI-Nachfrage bleibt laut Unternehmen zentraler Wachstumstreiber für das Gesamtjahr.

Foxconn, der weltweit größte Auftragsfertiger für Elektronik, hat im zweiten Quartal 2025 einen Gewinnanstieg von 35% verzeichnet und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Nettogewinn des taiwanesischen Konzerns belief sich im Zeitraum von April bis Juni auf 59,97 Milliarden Taiwanische Dollar (umgerechnet rund 1,86 Milliarden US-Dollar). Analysten hatten laut dem Datenanbieter LSEG im Konsens lediglich 58,8 Milliarden Taiwanische Dollar erwartet. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 44,4 Milliarden Taiwanische Dollar ausgewiesen.
Als zentralen Wachstumstreiber nennt Foxconn die anhaltend starke Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz. In seiner Mitteilung zu den Quartalszahlen bekräftigte das Unternehmen seine bisherige Prognose eines „starken" Umsatzwachstums für das laufende Jahr. Konkrete numerische Prognosen gibt Foxconn traditionell nicht ab. Bereits im Juli hatte der Konzern für das zweite Quartal einen Umsatzsprung von 40% gegenüber dem Vorjahr gemeldet.
Schlüsselrolle für Nvidia und Apple
Foxconn, offiziell unter dem Namen Hon Hai Precision Industry firmierend, nimmt in der globalen Technologielieferkette eine Schlüsselstellung ein. Das Unternehmen ist der wichtigste Serverhersteller für den KI-Chiphersteller Nvidia und gleichzeitig der größte Montagepartner für Apples iPhone. Diese Doppelrolle macht Foxconn zu einem der bedeutendsten Barometer für die globale Technologienachfrage.
Die Produktionsstrategie des Konzerns befindet sich im Wandel. Die meisten iPhones werden zwar weiterhin in China montiert, doch produziert Foxconn mittlerweile den Großteil der in den USA verkauften Geräte in Indien. Darüber hinaus baut das Unternehmen neue Fabriken in Mexiko und im US-Bundesstaat Texas, um KI-Server für Nvidia herzustellen. Foxconn reagiert damit auf geopolitische Spannungen und die wachsende Nachfrage nach einer diversifizierten Lieferkette außerhalb Chinas.
Aktie hinkt dem Markt hinterher
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Zur AktienanalyseNeben dem Kerngeschäft strebt Foxconn auch eine stärkere Präsenz im Bereich Elektrofahrzeuge an. Das Unternehmen sieht in diesem Segment einen weiteren Wachstumsmarkt für die Zukunft. Im Anschluss an die Ergebnisveröffentlichung hielt Foxconn eine Telefonkonferenz für Analysten und Investoren in Taipeh ab.
An der Börse entwickelte sich die Foxconn-Aktie zuletzt verhalten. Im bisherigen Jahresverlauf legte das Papier rund 17% zu – ein solides Ergebnis, das jedoch deutlich hinter dem Plus des breiteren taiwanesischen Aktienindex von 57% zurückbleibt. Am Mittwoch, noch vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen, schlossen die Foxconn-Aktien 2,7% höher. Für deutsche Anleger, die in den Technologie- und KI-Sektor investieren möchten, bleibt Foxconn als Zulieferer der wichtigsten globalen Tech-Konzerne ein relevanter Indikator für die Stärke der gesamten Branche.


