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Frankreich sichert Doliprane-Produktion bei Sanofi-Deal ab

Die Regierung setzt Auflagen für Verkauf und stärkt nationale Medikamentenversorgung

Frankreich sichert Doliprane-Produktion bei Sanofi-Deal ab

Die französische Regierung hat Bedingungen für den Verkauf der Sanofi-Tochter Opella an den US-Investmentfonds Clayton, Dubilier & Rice (CD&R) festgelegt. Opella, der Hersteller des in Frankreich weit verbreiteten Medikaments Doliprane, soll weiterhin im Land produzieren. Die staatliche Förderbank Bpifrance wird sich als Minderheitsaktionär an dem Unternehmen beteiligen, um die Versorgung des französischen Marktes mit dem Schmerzmittel zu sichern. Bpifrance wird einen Anteil von bis zu zwei Prozent an Opella erhalten und einen Sitz mit Stimmrecht im Aufsichtsrat bekommen. Der französische Wirtschaftsminister Antoine Armand betonte die Bedeutung des Medikaments für die nationale Souveränität.

Sanofi bestätigte, dass CD&R eine Mehrheitsbeteiligung von 50 Prozent an der Consumer-Health-Sparte Opella erwerben wird. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Werke in Lisieux und Compiègne einen Bestandsschutz für mindestens fünf Jahre erhalten und der Firmensitz sowie die Entwicklungsabteilung in Frankreich verbleiben. Zudem verpflichten sich CD&R und Sanofi, jährlich mindestens 250 Millionen Packungen Doliprane für den französischen Markt herzustellen. In den nächsten fünf Jahren sollen außerdem 70 Millionen Euro in die Standorte investiert werden.

Sollte es zu Verstößen gegen die Vereinbarungen kommen, drohen den beteiligten Parteien Sanktionen. Bei einem Produktionsstopp an den französischen Standorten sind Strafen von bis zu 40 Millionen Euro vorgesehen. Ein Stellenabbau in Frankreich würde mit 100.000 Euro pro verlorener Arbeitsstelle sanktioniert. Bei einem Abwenden von französischen Zulieferern könnten Bußgelder von bis zu 100 Millionen Euro fällig werden.

Neben der Sicherung der Doliprane-Produktion plant Frankreich auch den Aufbau eigener Produktionskapazitäten für den Wirkstoff Paracetamol. Das Unternehmen Seqens wird bis 2026 eine Fabrik zur Herstellung des Wirkstoffs in Betrieb nehmen, um die heimische Versorgung zu stärken. Die Coronapandemie hat gezeigt, wie wichtig eine eigenständige Medikamentenversorgung ist. Daher soll die Produktion wichtiger Arzneimittel und Wirkstoffe nach Europa und insbesondere Frankreich zurückverlagert werden.

Opella, das weltweit über 11.000 Mitarbeiter beschäftigt, wird von der Transaktion voraussichtlich profitieren. Sanofi-Chef Paul Hudson sieht eine vielversprechende Zukunft für die Tochterfirma, die zu einem unabhängigen Unternehmen mit globaler Präsenz und tiefen Wurzeln in Frankreich werden soll.

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